Nordkoreanische Soldaten an der Grenze zu Südkorea | Bildquelle: REUTERS

Treffen im Grenzort Panmunjom Südkorea bietet Nordkorea Gespräche an

Stand: 02.01.2018 07:19 Uhr

In seiner Neujahrsansprache hat Nordkoreas Machthaber Kim mit versöhnlichen Tönen in Richtung Südkorea überrascht. Nun folgte ein Gesprächsangebot vom Nachbarn: Südkorea bietet für kommende Woche ein Treffen an. Dabei soll es um die bevorstehenden Winterspiele gehen.

Südkoreas Vereinigungsminister Cho Myoung Gyon | Bildquelle: AFP
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Das Treffen könne kommende Woche stattfinden, sagte Minister Cho.

Einen Tag nach dem Gesprächsangebot Nordkoreas hat Südkorea dem Nachbarn ein Treffen in der nächsten Woche vorgeschlagen. Eine Zusammenkunft auf hoher Ebene könne am 9. Januar im Grenzort Panmunjom stattfinden, sagte Vereinigungsminister Cho Myong Gyon. Dabei könne über eine olympische Kooperation anlässlich der Winterspiele im Februar im südkoreanischen Pyeongchang gesprochen werden, aber auch über andere Themen zur Verbesserung der bilateralen Beziehungen.

Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un hatte in einer Ansprache am Neujahrstag überraschend vorgeschlagen, eine Delegation zu den Olympischen Winterspielen im südkoreanischen Pyeongchang im Februar zu entsenden. Die Beziehung zum Nachbarn im Süden müsse verbessert werden, sagte er.

Seit zwei Jahren keine direkten Gespräche

Sollte das Treffen stattfinden, wären es die ersten Gespräche zwischen den beiden Regierungen seit mehr als zwei Jahren. Die Lage auf der geteilten koreanischen Halbinsel ist derzeit wegen des Konflikts um das nordkoreanische Atomprogramm sehr angespannt. Immer wieder richtete Kim in den letzten Jahren Drohungen gegen Südkorea und die USA. Im September testete das international isolierte Land eine Wasserstoffbombe. Ende November brüstete sich Nordkorea mit dem Test einer Interkontinentalrakete und erklärte, das gesamte US-Festland liege nun in Reichweite nordkoreanischer Raketen. Sein Gesprächsangebot werten Experten als Versuch, einen Keil zwischen die Regierung in Seoul und deren Verbündeten im Weißen Haus zu treiben. So könnten die internationale Isolation des Landes etwas aufgehoben und die Sanktionen gegen Pjöngjang gelockert werden.

Kim prahlt mit Atomarsenal

In seiner Neujahrsansprache fordete Kim die USA auf, Nordkorea als Atommacht anzuerkennen. Sein Land habe das "historische Ziel" erreicht, eine Atomstreitmacht aufzubauen, sagte er im staatlichen Fernsehen. "Der Atomknopf ist immer auf meinem Tisch", erklärte Kim. Dies sei "keine Erpressung, sondern die Realität". Nordkoreas Atomwaffen verhinderten "für immer einen Angriffskrieg der USA". Sein Land müsse Atombomben und Raketen nun in Massenproduktion herstellen und ihre Stationierung beschleunigen. Nordkorea werde jedoch nur Atomwaffen einsetzen, wenn die Sicherheit des Landes bedroht sei.

Südkorea bietet Nordkorea Gespräche an
Jürgen Hanefeld, ARD Tokio
02.01.2018 10:15 Uhr

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Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 02. Januar 2018 um 09:00 Uhr.

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