Südkorea nimmt die Propaganda-Beschallung wieder auf | Bildquelle: dpa

Nach Nordkoreas Atomtest Südkorea nimmt Lautsprecher-Propaganda wieder auf

Stand: 08.01.2016 10:00 Uhr

Fünf Monate war Ruhe, nun hat Südkorea seine Propaganda-Beschallung an der Grenze zu Nordkorea wieder aufgenommen. Aus Lautsprechertürmen tönt Popmusik und Kritik am kommunistischen Regime. Die Maßnahme ist eine Reaktion auf einen neuen Atomtest Nordkoreas.

Südkorea hat seine Propaganda-Beschallung an der Grenze wieder aufgenommen. Entlang der demilitarisierten Zone tönen aus den Lautsprechertürmen nach fünfmonatiger Unterbrechung südkoreanische Popmusik, gewöhnliche Nachrichten und Kritik am kommunistischen Regime unter Machthaber Kim Jong Un. Die Lautsprecher-Propaganda ist eine Reaktion auf einen neuen Atomtest Nordkoreas.

An elf Stellen entlang der rund 240 Kilometer langen Grenze seien die Anlagen wieder in Betrieb genommen worden, teilte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums in Seoul mit. Die Beschallung dringt bis zu 24 Kilometer weit nach Nordkorea hinüber.

Die kommunistische Führung in Pjöngjang reagierte prompt und startete der südkoreanischen Nachrichtenagentur Yonhap zufolge eine Propaganda-Beschallung des Südens.

Beschallung ein "offener Kriegsakt"

Durch die antikommunistische Propaganda könnten sich wie in der Vergangenheit die Spannungen deutlich erhöhen. Der britische Außenminister Philip Hammond rief Südkorea zur Zurückhaltung auf, um eine Eskalation zu vermeiden. Hammond sagte in Japan, er verstehe zwar, dass Seoul auf den neuen Atomtest Nordkoreas reagieren wolle. Aber man müsse "über den Nordkoreanern stehen." Eine solche Reaktion bedeute nur, "dass wir den Köder schlucken, den uns Nordkorea vorhält."

Im vergangenen Sommer hatte die Führung in Pjöngjang angesichts solcher Progaganda von einem "offenen Kriegsakt" gesprochen und einen "Quasi-Kriegszustand" ausgerufen.

Am Mittwoch hatte Nordkorea nach eigenen Angaben erstmals eine Wasserstoffbombe getestet und damit weltweit Empörung ausgelöst.

Die Regierung in Südkorea beschloss daraufhin, die Beschallungsaktion wieder aufzunehmen. Im August hatte Seoul die Sendungen infolge neuer Spannungen nach elfjähriger Unterbrechung wieder aufgenommen. Erst nach bilateralen Krisengesprächen wurde die Beschallung wieder beendet.

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