US-Jet U-2 Dragon Lady in Südkorea | Bildquelle: REUTERS

USA und Südkorea Manöver vor der Tür des Feindes

Stand: 21.08.2017 11:15 Uhr

Rund 70.000 Soldaten aus Südkorea und den USA üben derzeit auf der koreanischen Halbinsel für den Ernstfall: einen Angriff durch das atomar bewaffnete Nordkorea. Das Manöver wird jedes Jahr durchgeführt, doch angesichts der Angriffsdrohungen der letzten Wochen ist die Anspannung groß.

Mitten im aufgeheizten Streit um das Atomprogramm Nordkoreas haben die beiden Verbündeten USA und Südkorea ihr zehntägiges Militärmanöver begonnen. Südkoreas Präsident Moon Jae-in sagte vor Kabinettsmitgliedern, dass die Übung ausschließlich defensiv sei und nicht zum Ziel habe, die Spannungen auf der koreanischen Halbinsel zu verschärfen. An den kommunistischen Nachbarn gerichtet erklärte Moon: "Nordkorea sollte weder unsere Anstrengungen überstrapazieren, den Frieden zu wahren, noch sollte es zu Provokationen greifen, die die Situation verschlimmern, und dafür das Manöver als Entschuldigung anführen."

Nordkorea betrachtet die jährlichen Militärübungen der USA und Südkoreas als Bedrohung. "Die USA gießen Öl ins Feuer." Niemand könne garantieren, dass sich das Manöver nicht zu "tatsächlichen Kämpfen" ausweite, hieß es in der Staatszeitung "Rodong Sinmun".

"Südkorea und ihre Verbündeten verteidigen"

An der Übung nehmen insgesamt 70.000 Soldaten teil. Die USA stellen rund 17.500 Soldaten und damit etwa 7500 weniger als noch im vergangenen Jahr. Unter anderem soll das Manöver mit dem Namen "Ulchi Freedom Guardian" dazu dienen, sich auf einen Angriff durch das atomar bewaffnete Nordkorea vorzubereiten. US-Verteidigungsminister James Mattis sagte, Ziel der Übung sei es, die Fähigkeit und Bereitschaft der USA sicherzustellen, "Südkorea und unsere Verbündete zu verteidigen".

Im Konflikt um das nordkoreanische Atom- und Raketenprogramm hatte sich der Ton zwischen Washington und Pjöngjang zuletzt deutlich verschärft. US-Präsident Donald Trump hatte Nordkorea mit einem Militäreinsatz gedroht. Daraufhin erklärte Pjöngjang, einen Raketenangriff auf Ziele vor der Pazifikinsel Guam vorzubereiten. Zuletzt rückte der nordkoreanische Machthaber Kim Jong Un von dieser Drohung aber wieder ab.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 21. August 2017 um 09:00 und 10:00 Uhr.

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