THAAD in Südkorea | Bildquelle: AP

Raketenabwehr in Südkorea Seoul verzögert Einsatz von THAAD

Stand: 07.06.2017 14:24 Uhr

Bis Ende des Jahres sollte das US-Raketenabwehrsystem THAAD voll einsatzfähig sein. Doch Südkorea hat bis auf Weiteres die Installation gestoppt. Zunächst soll geprüft werden, welche Auswirkungen das für die Umwelt hat.

Südkoreas neue Regierung will die Aufstellung weiterer
Teile eines umstrittenen US-Raketenabwehrsystems vorerst aussetzen. Wie das Büro des neuen Staatspräsidenten Moon Jae In mitteilte, soll zunächst ein von ihm in Auftrag gegebenes Gutachten über die Umweltauswirkungen des Systems Terminal High Altitude Area Defense (THAAD) abgewartet werden.

Die Stationierung hatte Moons abgesetzte Vorgängerin Park Geun Hye im vergangenen Juli mit Washington vereinbart. Es soll Südkorea vor potenziellen Raketenangriffen durch Nordkorea schützen.

Eigentlich einsätzfähig bis Jahresende

Zwei Raketenwerfer des Systems wurden in der südlichen Region Seongju bereits installiert. Dagegen gab es heftige Proteste von Anwohnern, die Gesundheits- und Umweltrisiken befürchten. Aus dem Präsidialamt hieß es, es bestehe "keine Notwendigkeit", die bereits installierten Raketenwerfer wieder abzubauen.

THAAD soll Kurz- und Mittelstreckenraketen in der letzten Flugphase zerstören können. Anlässlich des Aufbaus des Abwehrsystems hatte das südkoreanische Verteidigungsministerium angekündigt, dieses werde bis zum Jahresende voll einsatzfähig sein.

Kritik aus China und Russland

Die US-Regierung gibt an, THAAD sei ein ausschließlich defensives System. China und Russland hatten gegen die Stationierung neuer US-Abwehrraketen protestiert, weil sie ihre eigenen Sicherheitsinteressen dadurch bedroht sehen. 

Immer wieder Raktentests aus Nordkorea

Die Lage in der Region ist angespannt, weil Nordkorea immer wieder Raketentests vornimmt und damit gegen UN-Resolutionen verstößt. Zudem hat Pjöngjang nach eigenen Angaben seit 2006 fünf Atomwaffentests vorgenommen, davon zwei im vergangenen Jahr.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 22. April 2017 um 13:30 Uhr

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