Ramaphosa während seiner Rede in Kapstadt | Bildquelle: REUTERS

Neuer Präsident in Südafrika Ramaphosas große Aufgabe

Stand: 17.02.2018 01:10 Uhr

Der neue südafrikanische Präsident Ramaphosa will gegen korrupte Beamte vorgehen. In seiner ersten Rede im Amt versprach er einen "neuen Morgen" für sein Land. Eine Botschaft an seinen Vorgänger?

Einen Tag nach seiner Amtseinführung hat sich der neue südafrikanische Präsident Cyril Ramaphosa an das Volk gewendet. In einer Rede zur Lage der Nation versprach er, gegen die Korruption am Kap kämpfen zu wollen. In diesem Jahr werde man das Blatt wenden, wenn es um Korruption im öffentlichen Sektor geht. Er wolle eine Gesellschaft bauen, "die von Anstand und Integrität geprägt ist und die die Plünderung öffentlicher Gelder nicht toleriert." Ein "neuer Morgen" sei angebrochen in Südafrika, sagte Ramaphosa.

Eine Botschaft an Zuma?

Eine Botschaft, die auch an seinen Vorgänger gerichtet sein dürfte. Denn der nach neun Jahren zurückgetretene Jacob Zuma sah sich seit geraumer Zeit von schweren Korruptionsvorwürfen belastet.

Der 65-jährige Ramaphosa versprach, die Wirtschaft anzukurbeln und Arbeitsplätze zu schaffen. Das dringendste Problem sei die hohe Jugendarbeitslosigkeit, sagte er. Bereits im kommenden Monat solle ein Programm der Regierung starten, mit dem in den kommenden drei Jahren eine Million bezahlte Praktikumsplätze entstehen sollen. "Schwierige Entscheidungen" würden anstehen, um die Haushaltslücke zu schließen, den Anstieg der Staatsschulden zu stoppen und die staatseigenen Betriebe zu sanieren.

Menschen verfolgen am Fernseher die Rede von Ramaphosa. | Bildquelle: AP
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Eine Familie verfolgt am Fernseher die Rede von Ramaphosa.

Große Herausforderungen

Ramaphosa, der zusammen mit Nelson Mandela gegen die Apartheid gekämpft hatte, gilt als einer der reichsten Männer Südafrikas und verkörpert den Traum vom Aufstieg der schwarzen Mittelschicht. Er war am Donnerstag zum Präsidenten gewählt worden.

Auf den neuen Staatschef warten große Herausforderungen: Als Präsident muss er wohl Zumas Kabinett ausmisten, in dem mehrere Minister als korrupt oder unfähig gelten. Zudem muss er das Land mit seinen rund 55 Millionen Einwohnern wieder auf Kurs bringen: Die krasse Kluft zwischen Arm und Reich, Korruptionsenthüllungen, ein marodes Bildungssystem und eine Arbeitslosenquote von fast 28 Prozent haben bei vielen Wählern zu Hoffnungslosigkeit und Wut geführt.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk24 am 17. Februar 2018 um 01:00 Uhr.

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