Südafrikaner protestieren gegen Präsident Jacob Zuma. | Bildquelle: REUTERS

Proteste gegen Präsident Zuma Den Südafrikanern "reicht es"

Stand: 02.11.2016 17:09 Uhr

Wegen anhaltender Korruptionsvorwürfe haben in Südafrika Tausende Menschen gegen Präsident Zuma demonstriert. Vereinzelt kam es zu Auseinandersetzungen mit der Polizei. Die frühere Anti-Korruptions-Beauftragte des Landes forderte Ermittlungen gegen Zuma.

Tausende Südafrikaner haben angesichts der Korruptionsvorwürfe und anderer Skandale um Staatspräsident Jacob Zuma seinen Rücktritt gefordert. Sie hielten Plakate mit "Zuma muss weg!", "Es reicht!" und "Demokratie verteidigen!" in die Höhe. Vor dem Regierungssitz kam es zum Teil zu Zusammenstößen. Sicherheitskräfte setzten Wasserwerfer und Gummigeschosse ein.

Insgesamt gab es drei Demonstrationen in der südafrikanischen Hauptstadt: In einer Kathedrale versammelten sich unter anderem Unternehmer und prominente Religionsführer. Sie warfen Zuma vor, durch Korruption die Wirtschaft zu schwächen und die Verfassung zu untergraben. Weitere Proteste wurden von den größten Oppositionsparteien, der Demokratischen Allianz und der linken Ökonomischen Freiheitskämpfer, organisiert.

Jacob Zuma
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Schweigt zu den Vorwürfen: Jacob Zuma.

Bericht zu Vorwürfen veröffentlicht

Südafrikas frühere Anti-Korruptionsbeauftragte fordert unterdessen Ermittlungen gegen Zuma: In einem nach wochenlangen juristischen Auseinandersetzungen veröffentlichten Bericht kommt die inzwischen abgelöste Ombudsfrau Thuli Madonsela zu dem Schluss, dass an der Staatsspitze offenbar "Straftaten begangen wurden".

Ein Gericht in Pretoria hatte zuvor angeordnet, Madonselas 355 Seiten langen Bericht zu den Korruptionsvorwürfen bis zum Nachmittag zu veröffentlichen. Die Untersuchung sollte ursprünglich schon am 14. Oktober publik gemacht werden, doch Zuma und der ebenfalls beschuldigte Minister David van Rooyen hatten dies zunächst per Eilantrag verhindert.

Neue Vorwürfe gegen Präsident Zuma - Demonstranten sehen sich bestätigt
tagesschau 20:00 Uhr, 02.11.2016, Thomas Denzel, ARD Johannesburg

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Staatschef Zuma soll unter anderem der mächtigen indischstämmigen Unternehmerfamilie Gupta erlaubt haben, Einfluss auf die Entlassung und Ernennung von Ministern sowie von Vorstandsmitgliedern staatlicher Konzerne zu nehmen. Zudem geht es um mutmaßliche Bestechung bei der Vergabe von Aufträgen an Firmen der Familie Gupta. In dem Bericht werden unter anderem Beweise für einen Besuch van Rooyens im Wohnviertel der Guptas in Johannesburg am Tag vor seiner Ernennung zum Finanzminister im Dezember 2015 aufgeführt.

Der bis dahin relativ unbekannte Zuma-Vertraute war nach nur vier Tagen wieder entlassen worden - seine Ernennung hatte für politische Turbulenzen und Panik an der Börse gesorgt. Der 74-jährige Zuma steht wegen verschiedener Affären und der anhaltenden sozialen und wirtschaftlichen Missstände in Südafrika in der Kritik.

Scharfe Kritik von der Mandela-Stiftung

Kritik an Zuma kam auch von der Stiftung seines verstorbenen Vorgängers Nelson Mandela. Sie äußerte sich ungewohnt scharf über die aktuelle Regierung. Es sei schmerzhaft mit anzusehen, wie der Staat auseinanderfalle. Präsident Zuma nutze seinen politischen Einfluss für eigene, private Interessen. Staatliche Institutionen würden geschwächt. Das stelle eine Bedrohung für die Demokratie des Landes dar.

Was wird Jacob Zuma vorgeworfen?

Korruption: Zuma soll einer wohlhabenden Familie großen Einfluss bei der Bestimmung von Kabinettsposten gewährt haben.

Verschwendung: Zuma hat die 20 Millionen Euro teure Renovierung seiner Residenz zum Teil mit Geldern aus der Staatskasse bezahlt. Einen Teil musste er zurückzahlen.

Einflussnahme: Zuma hat versucht, die Veröffentlichung unabhängiger Berichte zu Vorwürfen gegen ihn zu verhindern.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 02. November 2016 um 20:00 Uhr.

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