Mehrere Bäume sind auf die Tragseile der Pizolbahn bei Bad Ragaz (Schweiz) gestürzt.  | Bildquelle: dpa

Schäden in mehreren Ländern Sturmtief "Burglind" und die Folgen

Stand: 04.01.2018 05:46 Uhr

Sturm "Burglind" hat in Europa Spuren hinterlassen. In Frankreich waren 200.000 Haushalte ohne Strom, ein Mensch wurde von einem Baum erschlagen. In Spanien starben zwei weitere Personen. In der Schweiz saßen Menschen in einer Seilbahn fest, auf die ein Baum gestürzt war.

Heftige Unwetter haben in vielen europäischen Ländern für Zwischenfälle gesorgt. In Frankreich wurde ein Mensch getötet. Der Skifahrer sei auf einer Piste in Morillon in den französischen Alpen von einem Baum erschlagen worden, teilte die Polizei mit.

Im Ärmelkanal musste ein französischer Helikopter der Marine einen Skipper von seinem Segelboot retten. Ein Handelsschiff hatte einen Notruf des Seglers empfangen. Darüber hinaus seien nach einer vorläufigen Bilanz 15 Menschen durch den Sturm verletzt worden, vier von ihnen schwer, sagte ein Sprecher des Zivilschutzes. Sie wurden zum Teil von umstürzenden Bäumen oder herabfallenden Gegenständen getroffen.

Viele Haushalte ohne Strom

In 200.000 Haushalten in Frankreich fiel der Strom aus. Betroffen seien vor allem der Norden und Nordosten des Landes von der Normandie bis nach Lothringen gewesen, wie der Netzbetreiber Enedis mitteilte. 2000 Mitarbeiter seien im Einsatz, um die Versorgung wieder herzustellen.

An den Flughäfen Basel-Mulhouse-Freiburg und Straßburg im Elsass wurde der Luftverkehr wegen der starken Windböen eingestellt. Wann wieder Flugzeuge starten und landen können, war zunächst nicht absehbar. Der Eiffelturm in Paris wurde wegen Windböen von bis zu hundert Stundenkilometern geschlossen.

Sturm Burglind im Ausland
tagesschau 20:00 Uhr, 03.01.2018

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Auch im regionalen Zugverkehr kam es zu Beeinträchtigungen. Unter anderem wurde der Regionalverkehr im Elsass als Vorsichtsmaßnahme eingestellt, wie eine Sprecherin des Bahnkonzerns SNCF sagte. Die TGV-Fernzüge fuhren aber normal.

Zwei Tote im Baskenland

In Spanien kamen zwei Menschen ums Leben. Das Paar sei im Baskenland auf einem Deich von einer riesigen Welle erfasst worden, teilten die örtlichen Behörden mit. Eine dritte Person, die bei dem Unglück zwischen den Städten Deba und Mutriku ins Wasser fiel, sei lebend gerettet worden.

Wegen der Sturmböen galt eine Unwetterwarnung für die nordspanische Küste, wo die Wellen eine Höhe bis zu sechs Metern erreichten.

Bäume stürzen auf Bergbahn

Im Schweizer Skigebiet Pizol im Kanton St. Gallen stürzten mehrere Bäume auf die Tragseile einer Bergbahn. Wie viele Menschen in den Gondeln festsitzen und ob es Verletzte gibt, ist noch unklar, teilte die Polizei mit. Helikopterflüge waren wegen des Sturmtiefs "Burglind" nicht möglich. Es würden nun Maßnahmen geprüft, wie die Wintersportler in Sicherheit gebracht werden könnten. Die Lawinengefahr in den Bergen wurde als "sehr kritisch" eingestuft.

Bei der Entgleisung eines Bahnwagens wurden in der Schweiz acht Menschen verletzt. Der Unfall ereignete sich im Kanton Bern an der Lenk, teilte die Polizei mit. Die meisten Opfer wurde demnach nur leicht verletzt. Der Verkehr auf Straße, Schiene und in der Luft und auf dem Wasser war im ganzen Land eingeschränkt.

Wegen der starken Sturmwehen mussten auch in Österreich zahlreiche Wintersportler einen unfreiwilligen Zwischenstopp einlegen. Nachdem sich eine Gondel in Tirol bei der Einfahrt in die Mittelstation nach einer plötzlichen Windböe verkeilt hatte, wurde die Hornbahn in Kitzbühel komplett gestoppt. Ein Großaufgebot von Bergrettung und Feuerwehr befreite die festsitzenden Skifahrer und Snowboarder anschließend. Nach ersten Angaben der Bergbahnen gab es keine Verletzten.

Verkehrsbehinderungen in Deutschland

In Deutschland verursachte der Sturm massive Verkehrsbehinderungen. Weil Bäume auf Gleise und in Oberleitungen stürzten, kam es im Bahnverkehr zu Ausfällen und langen Verspätungen. In Köln fuhren wegen beschädigter Stromleitungen nur wenige Straßenbahnen. Den Betrieb auf den Bahnstrecken von Köln nach Bonn, Aachen, Koblenz und Niederlahnstein sowie von Aachen nach Krefeld und von Kaiserslautern nach Ludwigshafen stellte die Deutsche Bahn ein. Feuerwehr und Polizei waren in der Region im Dauereinsatz.

Sturmtief Burglind in Deutschland
tagesschau 20:00 Uhr, 03.01.2018, Dalia Antar, SWR

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Behinderungen am Flughafen Amsterdam

In den Niederlanden musste der Luftverkehr am Flughafen Schiphol in Amsterdam zeitweise unterbrochen werden. 176 der 1200 Starts und Landungen wurden abgesagt. Viele Flüge waren verspätet. In den Küstengebieten fielen Züge aus. Zudem würden Deiche und Brücken für den Autoverkehr gesperrt. Wegen des erwarteten Hochwassers von mehr als drei Metern sollte auch das Sturmflutwehr an der Nordseeküste in der Provinz Zeeland geschlossen werden.

Wellen treffen den Leuchtturm Porthcawl in Wales. | Bildquelle: REUTERS
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Der Leuchtturm von Porthcawl in Wales muss gewaltigen Wellen trotzen, die der Sturm auftürmt.

Großbritannien und Irland auch betroffen

Mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 155 Kilometer pro Stunde traf der Sturm auf Irland und Teile Großbritanniens Wie die BBC berichtete, wurde ein Mann in Wales verletzt, als ein Baum auf sein Auto stürzte. Mehr als 12.000 Haushalte in Nordirland waren vorübergehend ohne Strom, während in Irland 27.000 Haushalte betroffen waren. In der Küstenstadt Galway im Westen Irlands kam es zu Überschwemmungen.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 03. Januar 2018 um 09:00 Uhr.

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