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Ein Berufsbild mit Zukunft: der "Cyber-Security"-Experte. Angesichts der zunehmenden Hacker-Angriffe werden in den USA in speziellen Studiengängen die "Cyber-Krieger" ausgebildet, um Behörden und Unternehmen sicherer zu machen. In den nächsten Jahren könnten bis zu 30.000 neue Jobs entstehen.
Von Sabine Müller, HR-Hörfunkstudio Washington
Die US-Regierung hat den Schutz des Internets zu einer Frage der nationalen Sicherheit erklärt, Experten warnen vor einem "Cyber Pearl Harbor" - einem verheerenden digitalen Angriff auf die USA. Den gab es bisher nicht, aber insgesamt nehmen die Hacker-Attacken zu, zuletzt waren etwa Lockheed Martin und die Citibank Opfer. Um Regierungseinrichtungen, Stadtverwaltungen und Unternehmen zu schützen, werden immer mehr Internet-Spezialisten gebraucht und US-Universitäten bieten deshalb zunehmend online entsprechende Studiengänge an. Wir haben uns an einem College in Maryland umgehört.
[Bildunterschrift: Computerbildschirm mit Virenwarnung (Archiv). ]
Alan Carswell bewegt die Maus über seinen Computerbildschirm und öffnet ein interaktives Lernmodul. Carswell ist der Leiter des Fachbereichs Internetsicherheit am University of Maryland University College und er zeigt uns eine Übung aus dem Einstiegskurs für seine Studenten. Das Szenario: Ein Computervirus hat die Systeme in einem Atomkraftwerk befallen und breitet sich rasend schnell aus: Die IT-Abteilung kann das Virus nicht mehr stoppen, das gesamte System rauscht ab, das Kraftwerk fährt sich herunter und Millionen Menschen sind ohne Strom. Carswell sagt, speziell geschulte "Cyber Security"-Experten könnten solche Vorfälle verhindern:
Die Nachfrage nach solchen Experten sei groß, Verwaltung, Regierung, Privatfirmen und Forschungseinrichtungen wollten ihre Systeme schützen, Daten sichern und Hacker abwehren. In diesem Sektor könnten in den USA in den nächsten Jahren 20 bis 30.000 neue Jobs entstehen, versprechen Studien. Entsprechend groß ist der Andrang an Carswells College: das "Cyber Security"-Programm startete im vergangenem Herbst mit fast 2000 Teilzeit-Studenten, die in Online-Kursen innerhalb von zwei Jahren ihren Abschluss machen. An vielen anderen US-Universitäten laufen ähnliche Studiengänge - Amerika versucht, sich eine Armee von "Cyber-Kriegern" aufzubauen, wie Carswell es nennt.
Die US-Regierung hat den Schutz des Internets längst zu einer Frage der nationalen Sicherheit erklärt: "Wir sind jeden Tag auf die virtuelle Welt angewiesen", sagt Präsident Barack Obama. Und die Risiken sind sehr real: CIA-Chef Leon Panetta warnte erst vor wenigen Tagen, das nächste Pearl Harbor - also der nächste verheerende Angriff auf die USA - werde mit großer Wahrscheinlichkeit eine digitale Attacke sein.
Um darauf vorbereitet zu sein, hat das US-Militär bereits ein eigenes Cyber-Kommando eingerichtet, das neben den konventionellen Streitkräften agiert. Auch hier mangelt es an Spezialisten, meint Internet-Experte Carswell, sein Programm soll diese Lücke schließen. Er betont, dass seine Studenten lernen, Hacker-Angriffe abzuwehren, nicht selbst welche auszuführen. Also kein Training, wie man ein Virus wie Stuxnet kreiert, jenen Computerwurm, der im vergangenen Jahr Atomanlagen im Iran beschädigte und von dem viele vermuten, dass er aus den USA kam. Wir greifen nicht an, sondern verteidigen, sagt Carswell, aber wir verteidigen durchaus aggressiv, indem wir Hackern zum Beispiel Fallen stellen, sie in falsche Netzwerke locken.
Carswell wirbt damit, dass sein College intensiv mit Experten zusammenarbeitet, um den neuen Studiengang exakt auf den Bedarf von Regierung und Firmen zuzuschneiden. Aber es muss sich erst noch zeigen, ob der Sektor wirklich die vielen tausend Jobs bringt, die Studien versprechen. Spätestens in anderthalb Jahren werden die ersten Absolventen des Maryland University College wissen, ob sich ihre Investition gelohnt hat. Der zweijährige Teilzeit-Studiengang kostet immerhin 24.000 Dollar, umgerechnet knapp 17.000 Euro.
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