Zur Haupt-Navigation der ARD.
Zum Inhalt.
Die Studentenproteste an mehreren österreichischen Universitäten weiten sich aus. In Wien gingen am Abend Tausende Studierende auf die Straße, um gegen die Bildungspolitik der Regierung sowie insbesondere gegen Wissenschaftsminister Johannes Hahn von der konservativen ÖVP zu demonstrieren.
Die Polizei sprach von 10.000 Demonstranten, die Veranstalter von bis zu 50.000. Sie legten mit ihrem Protestzug unter dem Motto "Mehr Geld für Bildung statt für Banken und Konzerne" den Verkehr in der Wiener Innenstadt lahm, berichtete der Österreichische Rundfunk. Skandiert wurden Parolen wie "Hahn heißt er, uns bescheißt er" und "Schluss mit Unterfinanzierung, Wettbewerbslogik und Elitenbildung".
[Bildunterschrift: Seit Tagen halten Studenten den größten Hörsaal der Wiener Uni besetzt. ]
Bereits seit knapp einer Woche halten hunderte Hochschüler den größten Hörsaal der Universität Wien besetzt. Ihrem Beispiel folgten inzwischen auch Studierende in anderen österreichischen Städten, etwa in Graz, Linz und Klagenfurt. Sie fordern unter anderem eine grundlegende Überarbeitung des neu eingeführten Bachelor-Master-Systems, das sich zu sehr auf eine Berufsausbildung und zu wenig auf die wissenschaftliche Lehre konzentriere. Zudem sind die Demonstrierenden strikt gegen die von der Regierung ins Auge gefasste Wiedereinführung von Studiengebühren und Zulassungsbeschränkungen, die auch dazu gedacht sein sollen, den Ansturm von "Numerus-Clausus-Flüchtlingen" aus Deutschland zu stoppen.
Während die streikenden Studierenden durchaus nicht bei allen Kommilitonen auf Verständnis stoßen, bekommen sie von Wiens Bürgermeister grundsätzlich Unterstützung. Er habe ein "hohes Maß an Verständnis" für die Proteste und finde die von der Regierung angepeilten Maßnahmen "ein bisschen dürftig", so der SPÖ-Politiker Michael Häupl. Der Sozialdemokrat glaubt - genau wie die Demonstrierenden - dass nicht die hohe Zahl der Studenten das eigentliche Problem ist, sondern die geringe Zahl an Studienplätzen und Lehrpersonal. Laut offiziellen Zahlen der "Statistik Austria" kommen in Österreich im Schnitt auf einen Professor 109 Studenten, in Wien sind es 300.
Die Landesrundfunkanstalten der ARD: BR, HR, MDR, NDR, Radio Bremen, RBB, SR, SWR, WDR,
Weitere Einrichtungen und Kooperationen: ARD Digital, ARTE, PHOENIX, 3sat, KI.KA, DLF/ DKultur, DW