Spratly-Inseln

Dauerstreit um Spratly-Inseln Krise durch Aufschüttung

Stand: 30.05.2015 11:15 Uhr

Wem gehören die Inseln im Südchinesischen Meer? Der Streit um Chinas aggressives Auftreten rund um die Spratlys dauert schon seit Jahren. Nun gifteten sich die USA und China auf einer Sicherheitskonferenz wegen der Inseln an.

Von Udo Schmidt, ARD-Hörfunkstudio Singapur

US-Verteidigungsminister Ashton Carter wurde deutlich. Ohne China anfangs direkt beim Namen zu nennen, beschrieb Carter die lange Geschichte der Auseinandersetzungen im Südchinesischen Meer: "Jahrzehntelange Auseinandersetzungen um Felsinseln und Riffe werden noch verschlimmert durch den Streit um Zugang zu Rohstoffen, zu Fischgründen und durch den Streit um freie Handelsrouten."

Fiery Cross Reef auf einer Satellitenaufnahme im Januar 2015 | Bildquelle: CNES 2014, Distribution Airbus D
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Fiery Cross Reef auf einer Satellitenaufnahme im Januar 2015. Schwimmbagger spülen weiteres Land auf.

Für eine erfolgreiche Entwicklung in Südostasien sei es wichtig, dass im Südchinesischen Meer die Rechte aller beachtet würden: "Alle Staaten haben das Recht auf freie Navigation im Meer, auf freie Flugrechte, um den weltweite Handel zu ermöglichen. Das sind Rechte, die nicht dem Willen einzelner Staaten unterliegen."

Dann wurde der Minister deutlicher: Das Vorgehen Chinas im Südchinesischen Meer gefährde Sicherheit und Stabilität in der gesamten Region. Im Südchinesischen Meer dürfe keine Militarisierung stattfinden, erklärte Carter: "Wir wissen, dass es keine militärische Lösung des Konflikts im Südchinesischen Meer geben kann. Es muss Gespräche geben, die die Interessen aller einbeziehen."

Es geht um die Führungsrolle in der Region

China beansprucht Hoheitsrechte in einem Großteil des Südchinesischen Meeres, es beansprucht Inseln, auf die auch vor allem Vietnam und die Philippinen Anspruch erheben. Es geht um Rohstoffe, um Schifffahrtsrouten, aber auch um die Frage, wer die Führungsrolle in der Region beansprucht. Der US-Verteidigungsminister sagte den südostasiatischen Staaten Unterstützung zu und warb bei China um Gesprächsbereitschaft. Davon aber war heute wenig zu spüren. Chinas Delegationsleiter bezeichnete die Interessen Chinas als legitim und angemessen.

Die USA, so Carter weiter, "werden sich von China nicht in ihren Rechten beschneiden lassen". Der Verteidigungsminister spielte auf einen Vorfall von vergangener Woche an. China hatte ein US-Flugzeug zum Verlassen des Luftraums über den Spratly-Inseln aufgefordert. "Wir werden Navigations- und Überflugrechte verteidigen. Das sind wichtige Prinzipien. Wir fliegen und bewegen uns überall, wo das möglich ist, überall auf der Welt."

China erweitert derzeit seinen Einfluss im Südchinesischen Meer auch durch Landaufschüttungen. So wurde inzwischen auf einer der Spratlys eine Start- und Landebahn angelegt.

Kritik an Vorgehen Chinas im Südchinesischen Meer
U. Schmidt, ARD Singapur
30.05.2015 10:49 Uhr

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Dieser Beitrag lief am 30. Mai 2015 um 08:47 Uhr auf NDR Info.

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