Zur Haupt-Navigation der ARD.
Zum Inhalt.

29.05.2012

ARD-Logo

Suche in tagesschau.de

Hauptnavigation
Multimedia
Inhalt
Ausland
Großbritannien: Streik gegen Sparpläne der Regierung
Schulen und Behörden in Großbritannien betroffen

Streik gegen die Sparpläne der Regierung

In ganz Großbritannien haben Beschäftigte des öffentlichen Dienstes aus Protest gegen die Sparpläne der Regierung gestreikt. Zahlreiche Schulen im ganzen Land blieben geschlossen. Nach Angaben der Regierung führten die Proteste aber nicht zu dem befürchteten Chaos.

Die Gewerkschaften hatten angekündigt, dass 750.000 Arbeitnehmer aus Protest gegen die Sparpläne der Regierung ihre Arbeit niederlegen würden. In London beteiligten sich nach Polizeiangaben rund 15.000 Menschen an einem Protestmarsch.

Bei Arbeitsämtern, an Gerichten und in Telefonzentralen der Regierung sei der der Betrieb aber ohne Probleme gelaufen, sagte der Sprecher von Premierminister David Cameron, Steve Field. "Weniger als die Hälfte" der Beamten seien der Arbeit ferngeblieben. Auch an den Flughäfen und in den Häfen, wo Grenzbeamte an den Streiks teilnahmen, habe es keine ernsthaften Verzögerungen gegeben. Gewerkschaftsführer Mark Serwotka bekräftigte hingegen, die Zahl der Teilnehmer an dem Streik von Lehrern und Staatsbediensteten am Donnerstag sei sehr hoch. Nahezu die Hälfte der Schulen in England und Wales blieb geschlossen oder konnte nur eingeschränkt arbeiten. Bei der Londoner Polizei konnten Notrufe teilweise nur verspätet beantwortet werden.

Premierminister David Cameron bezeichnete die Streiks als unverantwortlich. Die Verhandlungen über die Rentenreform seien noch nicht abgeschlossen. Die Lehrer-Gewerkschaft ATL erklärte dagegen, diese Darstellung sei irreführend.

Demonstranten im Zentrum Londons. (Foto: AFP) Großansicht des Bildes [Bildunterschrift: Demonstranten im Zentrum Londons. Sie wehren sich gegen Einschnitte bei Renten und anderen Sozialleistungen. ]

Streikwelle bis in den Herbst hinein geplant

Die Gewerkschaften wollen die Arbeitnehmer bis in den Herbst hinein noch mehrmals aufrufen, ihre Arbeit niederzulegen, und hoffen auf die größte Streikwelle in Großbritannien seit 30 Jahren. "Es ist Zeit, dass sich die Regierung richtig engagiert", sagte Gewerkschaftsführer Serwotka. Die Gewerkschaften werfen der Regierung vor, die Kosten für die durch Banken ausgelöste Finanzkrise auf ihre Mitglieder abwälzen zu wollen.

Kleinere Gruppen von Globalisierungsgegnern lieferten sich vor dem Parlament Auseinandersetzungen mit der Polizei. 24 Personen seien wegen Drogenbesitzes, Sachbeschädigung und Störung der öffentlichen Ordnung festgenommen worden, teilte die Polizei mit.

Die Gewerkschaften wehren sich gegen die geplanten Einsparungen von 80 Milliarden Pfund (89 Milliarden Euro), mit denen die Regierung das Haushaltsdefizit reduzieren will. Posten und Zuschüsse bei den Beamten werden dafür abgebaut. Außerdem wird das Rentenalter von 65 auf 66 Jahre angehoben. Damit müssen Staatsbedienstete mehr in die Rentenkassen einzahlen, bekommen in ihrer Rente dafür aber weniger Geld ausgezahlt.

Stand: 30.06.2011 20:59 Uhr
 

© tagesschau.de

tagesschau.de ist für den Inhalt externer Links nicht verantwortlich.

Die Landesrundfunkanstalten der ARD: BR, HR, MDR, NDR, Radio Bremen, RBB, SR, SWR, WDR,
Weitere Einrichtungen und Kooperationen: ARD Digital, ARTE, PHOENIX, 3sat, KI.KA, DLF/ DKultur, DW