Ein Kundendienstmitarbeiter der staatlichen Eisenbahngesellschaft SNCF geht im Bahnhof Saint Charles auf einem leeren Bahngleis.  | Bildquelle: dpa

Bahnstreik in Frankreich Auftakt eines Kräftemessens

Stand: 03.04.2018 13:11 Uhr

Als "schwarzen Dienstag" bezeichnet ein Radiosender den Streiktag der französischen Eisenbahner. Viele Fernzüge, Intercity-Züge und auch Regionalzüge fallen aus - und das ist erst der Anfang.

Von Sabine Wachs ARD-Studio Paris

Die große Abfahrtshalle im Pariser Bahnhof Saint Lazare ist relativ leer. Im Gegensatz zu anderen Bahnhöfen in der Hauptstadt, scheinen sich viele Pendler auf den ersten Streiktag eingestellt zu haben und sind mit dem Auto, einer Mitfahrgelegenheit oder dem Bus zur Arbeit gefahren.

Nur an den kleinen, mobilen Infotischen scharen sich die Reisenden. Mitarbeiter der französischen Bahn SNCF helfen denjenigen, die im Moment nicht wegkommen. "Es fährt überhaupt kein Zug, wir sitzen hier fest. Wir hätten eigentlich schon um halb neun Unterrichtsbeginn gehabt", sagt ein Schüler. Kein einziger Zug sei angezeigt, beschwert sich eine Pendlerin. "Ich stehe hier und warte. Wenn keiner mehr kommt, dann rufe ich meinen Arbeitgeber an."

Bahnstreiks führen zu massiven Ausfällen in Frankreichs Zugverkehr
tagesschau 20:00 Uhr, 03.04.2018, Sabine Rau, ARD Paris

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Macron will die Bahn zukunftsfähig machen

Der erste von 36 Streiktagen der französischen Eisenbahnergewerkschaften ist der Auftakt eines Kräftemessens zwischen den Gewerkschaften und der Regierung. Präsident Emmanuel Macron will die hochverschuldete Staatsbahn zukunftsfähig machen. "Auf Kosten der Arbeitnehmer und der Bahnkunden", erklärt Kévin Quéhen, Generalsekretär der linken Gewerkschaft CGT. Es drohe eine Privatisierung und dann werde es nur noch darum gehen, welche Strecken sich rechneten, so Quéhen. "Ist eine Zuglinie nicht rentabel, wird sie abgeschafft. Deswegen kämpfen wir."

Während die Gewerkschaften von Privatisierung sprechen, fährt die Regierung Macron eine Aufklärungskampagne über die geplante Reform der Staatsbahn. Unter dem Titel "Stop aux Fake News" erklärt Premierminister Edouard Philippe auf Twitter unter anderem, es gehe weder darum, die Bahn zu privatisieren, noch darum, Strecken zu schließen.

Die Meinungen sind geteilt

Die Eisenbahnergewerkschaften scheint das wenig zu interessieren. Die Meinungen zum Streik bei den wartenden und blockierten Reisenden im Bahnhof Saint Lazare sind geteilt: "Sie kämpfen um ihre Rechte. Das ist wichtig", so eine gestrandete Reisende. Dagegen bezeichnete ein betroffener Pendler den Streik als nicht gerechtfertigt. Die Bahnbeamten hätten viele Privilegien "und in einer Zeit, in der so viele Menschen ohne Arbeit sind, sollten die sich lieber mal ganz ruhig verhalten".

Die öffentliche Meinung zum Streik scheint die Eisenbahner im Moment allerdings noch wenig zu interessieren. Ihr Ziel ist es, die Regierung in die Knie zu zwingen. Schon einmal, im Jahr 1995, wendeten die Eisenbahner so eine Reform ab. Dieses Mal wollen sie es wieder schaffen, sagt Rémi Aufrère von der Gewerkschaft CFDT. Es sei jedoch "ein Marathon und kein Sprint".

Aber nicht nur die Gewerkschaften, auch die Regierung hat Ausdauer. "Die Regierung wird durchhalten. Wir werden weiter zuhören, weiter versuchen im Gespräch zu bleiben", sagt Transportministerin Elisabeth Borne. Das nächste Treffen zwischen ihr und den Gewerkschaften ist für Donnerstag geplant. Morgen wird erst einmal weiter gestreikt.

Der schwarze Dienstag - erster Streiktag bei der französischen Bahn
Sabine Wachs, ARD Paris
03.04.2018 12:17 Uhr

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Über dieses Thema berichteten am 03. April 2018 die tagesschau um 12:00 Uhr und NDR Info im "Mittagsecho" ab 13:00 Uhr.

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