Ex-IWF-Chef angeblich an organisierter Bande beteiligt Ermittlungen gegen Strauss-Kahn wegen Zuhälterei

Stand: 27.03.2012 09:57 Uhr

Gegen den früheren Chef des Internationalen Währungsfonds (IWF), Dominique Strauss-Kahn, ist nach Angaben seines Anwalts vorläufige Anklage wegen Beteiligung an einem Prostitutionsring erhoben worden. Der 62-Jährige wurde bereits gestern mehrere Stunden lang von einem Ermittlungsrichter im französischen Lille vernommen. Die Vorwürfe lauteten auf "organisierte Zuhälterei", erklärte die Staatsanwaltschaft.

Dominique Strauss-Kahn (Bildquelle: REUTERS)
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Dominique Strauss-Kahn: "Einfache freizügige Aktivität" oder "organisierte Zuhälterei"?

Hintergrund der Vorwürfe ist der Nachrichtenagentur AFP zufolge eine Reihe von Sexpartys in Paris und Washington, an denen Strauss-Kahn teilgenommen haben soll. Strauss-Kahns Anwalt Richard Malka sagte, sein Mandant werde der Zuhälterei und der Beteiligung an einer "organisierten Bande" beschuldigt. Laut AFP gibt Strauss-Kahn an, nicht gewusst zu haben, dass es sich bei den Frauen um Prostituierte handelte. Malka sagte, es sei falsch, Strauss-Kahn für eine "einfache freizügige Aktivität" zu verfolgen.

Mehr Zeit für Ermittlungen benötigt

Gegen eine Kaution von 100.000 Euro wurde Strauss-Kahn nach Angaben eines Vertreters der französischen Justiz auf freien Fuß gesetzt. Es sei ihm untersagt, Kontakt zu den anderen Angeklagten in dem Fall aufzunehmen. Nach französischem Recht bedeutet eine vorläufige Anklage, dass die Behörden Grund zur Annahme haben, dass eine Straftat begangen worden ist, aber mehr Zeit für die Ermittlungen benötigen.

Auf Beteiligung an Zuhälterei stehen in Frankreich bis zu 20 Jahre Haft, für Beihilfe zur Veruntreuung von Firmengeldern drohen bis zu fünf Jahre Gefängnis. An den Sexpartys hatte auch die Nummer zwei der Polizei für Nordfrankreich, Jean-Christophe Lagarde, teilgenommen.

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