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29.05.2012

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Ausland
Ex-IWF-Chef Strauss-Kahn zurück in Frankreich
Strauss-Kahn wieder in Frankreich

Eine wortlose Rückkehr

Umringt von Sicherheitsleuten ist Ex-IWF-Chef Strauss-Kahn nach Frankreich zurückgekehrt. Vergangene Woche war das Verfahren wegen versuchter Vergewaltigung gegen ihn eingestellt worden. Die Franzosen sehen seine Rückkehr mit gemischten Gefühlen.

Von Kerstin Gallmeyer, SR-Hörfunkstudio Paris

Dominique Strauss-Kahn (Foto: REUTERS) Großansicht des Bildes [Bildunterschrift: Lächelnd, aber kommentarlos verließ "DSK", wie ihn die Franzosen nennen, den Flughafen. ]
Seit Tagen schon wurde gemutmaßt: Wird Dominique Strauss-Kahn an diesem Wochenende nach Frankreich zurückkommen? Er kam. Und sogar ein wenig früher als erwartet: Um kurz nach 7.00 Uhr landete die Maschine mit dem ehemaligen IWF-Chef an Bord am Pariser Flughafen Charles de Gaulle.

Lächelnd und sichtlich entspannt betrat Strauss-Kahn seit fast vier Monaten zum ersten Mal wieder französischen Boden. Vor den zahlreichen Journalisten, die ihn bereits erwarteten, wollte er sich aber nicht äußern. Zusammen mit seiner Frau Anne Sinclair bestieg er eine dunkle Limousine und ließ sich in seine Pariser Wohnung bringen.

"Es braucht ein bisschen Zeit, bis sich alles beruhigt hat"

Die Bewohner von Sarcelles, der Ort, in dem Strauss-Kahn zwei Jahre lang Bürgermeister war, freuen sich über seine Rückkehr: "Es war sehr schwer für ihn die letzten Monate, jetzt sind wir froh, dass er wieder zu Hause ist", sagt ein Passant.

Ein anderer meint: "Er hat Recht damit, dass er nach Frankreich zurückgekehrt ist, weil wir ihn hier mögen. Ich wünsche mir trotzdem nicht, dass er bald in die Politik zurückkehrt. Die Sache ist zu heikel. Es braucht ein bisschen Zeit, bis sich alles beruhigt hat."

Doch nicht in ganz Frankreich ist man dieser Meinung. Bis zu den Vorwürfen des New Yorker Zimmermädchens und der darauf folgenden Festnahme Mitte Mai galt der 62-jährige Strauss-Kahn als Favorit der Sozialisten für die französische Präsidentschaftswahl im kommenden Jahr. Doch seitdem ist sein Ansehen bei den Franzosen um einiges gesunken.

Diese Woche ging sogar eine seiner bislang größten Unterstützerinnen, die Vorsitzende der französischen Sozialisten, Martine Aubry, auf Distanz zum ehemaligen IWF-Chef: "Ich denke das über Strauss-Kahn, was viele Frauen über seine Haltung gegenüber Frauen denken. Ich war die erste, die gesagt hat, dass wir einerseits die Unschuld des Angeklagten in Betracht ziehen müssen, aber auch die Aussage des Opfers. Zum Rest muss sich Strauss-Kahn selbst äußern."

Polizei ermittelt wegen Vorwürfen in Frankreich

Äußern muss sich der sozialistische Politiker bald womöglich auch noch in einem anderen Fall: Im Juli hatte ihn eine 32-jährige Schriftstellerin angezeigt - ebenfalls wegen versuchter Vergewaltigung. Der Fall liegt acht Jahre zurück. Die Ermittlungen der Polizei laufen.

Die Mutter der Klägerin, ebenfalls sozialistische Politikerin, ist deshalb froh über die Rückkehr Strauss-Kahns nach Frankreich. "Das ist eine gute Nachricht, was die Klage meiner Tochter angeht. Denn Strauss-Kahn muss jetzt auf die Fragen der Polizei antworten. Ich bin aber auch ein wenig schockiert. Ich finde das ganze Medienspektakel um die Rückkehr unpassend", sagte Anne Mansouret.

Anfang der Woche hatte sich der ehemalige IWF-Chef bei seiner alten Belegschaft für den Vorfall entschuldigt. Jetzt warten die Franzosen gespannt darauf, was er ihnen zu dem Fall zu sagen hat.

Strauss-Kahn zurück in Frankreich (Foto: AFP) Großansicht des Bildes [Bildunterschrift: Erleichterung nach vier Monaten Haft: Strauss-Kahn und seine Frau Anne Sinclair sind zurück in Frankreich. ]
Stand: 04.09.2011 12:50 Uhr
 

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