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Kurzfilm nominiert für den Oscar

Roter Teppich für ein Straßenkind aus Kabul

Der 14-jährige Fawad Mohammadi ist vermutlich der glücklichste Junge von Kabul. Ein Filmteam entdeckte das Straßenkind und machte es zu einem der beiden Hauptdarsteller für den Kurzfilm "Buzkashi Boys". Nun ist der Film für den Oscar nominiert. Seitdem hat sich Fawads Schicksal verändert.

Von Sandra Petersmann, ARD-Studio Südasien

"Ich weiß, wie meine Zukunft aussieht", sagt Fawad Mohammadi in seiner Filmrolle traurig. "Ich werde Schmied wie mein Vater, nichts kann mein Schicksal verändern." Im wahren Leben hat der Kurzfilm "Buzkashi Boys" Fawads Schicksal unglaublich verändert: "Allah hat mir diese Chance gegeben. Ich bin der glücklichste Junge der Chicken Street. Dank Allah."

Dreharbeiten an dem Film Buzkashi Boys.
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Dieses Bild zeigt die Schauspieler Jawanmard Paiz (links) und Fawad Mohammadi (rechts) bei den Dreharbeiten.

Die Chicken Street in Kabul ist eine bei Ausländern beliebte Einkaufsstraße. Hier hat Fawad jahrelang Straßenkarten und Wörterbücher verkauft, um seiner Familie zu helfen. Bis ihn das Filmteam um den amerikanischen Regisseur Sam French in genau dieser Straße für eine der beiden Hauptrollen in "Buzkashi Boys" entdeckt hat.

"Das Team war super. Und Sam French hat der ganzen Welt gezeigt, wie talentiert er ist und dass er aus einem Straßenkind wie mir einen Schauspieler machen kann. Als ich gehört habe, dass wir für den Oscar nominiert sind, war ich so aufgeregt, dass ich vor Freude geweint habe", erzählt Fawad überglücklich.

Ein afghanisches Straßenkind bei der Oscar-Verleihung
S. Petersmann, ARD Neu-Delhi
21.02.2013 13:17 Uhr

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Für Fawad gehen viele Träume in Erfüllung

In dem halbstündigen Film, der komplett in Kabul entstanden ist, geht es um die Freundschaft zwischen zwei Jungen, die davon träumen, berühmte Buzkashi-Reiter zu werden. Buzkashi ist Afghanistans Nationalsport. Das Reiterspiel erinnert an eine wilde Form des Polo. Ohne Schläger und Ball. Sondern mit einem geköpften Tierkadaver.

"Der Film will der ganzen Welt erklären, was Buzkashi ist. Und er will zeigen, dass auch wir Afghanen viele Träume haben. Afghanistan ist nicht nur Krieg. Mein Land ist voller Geschichten, Träume und Kultur", sagt Fawad.

Dreharbeiten an dem Film Buzkashi Boys.
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Die beiden Kinder aus Kabul trainieren für ihren Nationalsport Buzkashi.

Für den 14-jährigen Fawad Mohammadi gehen gerade viele Träume in Erfüllung: "Ich mache meine allererste Reise, ich fliege zum ersten Mal im Flugzeug, es geht nach Amerika, und ich bin bei der Oscar-Verleihung dabei. Und sie wollen mir Disneyland zeigen, und wir werden hoffentlich ganz viele berühmte Schauspieler treffen."

Ganz oben auf Fawads Favoritenliste ist Sylvester Stallone: "Ich habe viele Filme von Rambo gesehen. Ich weiß nicht, wie er wirklich heißt, in Afghanistan nennen wir ihn einfach nur Rambo. Er ist ein berühmter Schauspieler und ich will sehen, wie er wirklich aussieht."

Nach dem Oscar-Abenteuer geht es für den Teenager zurück nach Afghanistan. Zu seiner Mutter, seinen fünf Brüdern und seiner Schwester. Der Vater ist vor fünf Jahren gestorben.

Studium durch das Film-Projekt finanziell gesichert

"Ich möchte meinem Land helfen. Klar will ich mir andere Länder anschauen, aber ich würde nicht auf Dauer in einem anderen Land leben wollen. Vielleicht studiere ich mal im Ausland, aber danach will ich für Afghanistan arbeiten. So wie Sam French mir geholfen hat, möchte ich anderen Straßenkindern helfen. In Afghanistan gibt es so viele talentierte Kinder", erzählt der Teenager enthusiastisch.

Fawad besucht längst eine gute Privatschule. Auch sein Studium ist durch das Film-Projekt finanziell gesichert. In der Chicken Street, in der alles begonnen hat, ist er heute eigentlich nur noch, um seine Freunde zu treffen: "Hoffentlich kriegt unser Film den Oscar. Und danach würde ich gerne Pilot werden. Und Schauspieler. Ich muss fleißig lernen, um Pilot zu werden. Aber jeder will auch berühmt sein. Und wenn mich jemand für einen anderen Film haben will, spiele ich gerne mit."

Stand: 24.02.2013 08:30 Uhr

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