NATO- Generalsekretär Jens Stoltenberg | Bildquelle: AP

Krieg in Syrien NATO verteidigt Zurückhaltung

Stand: 18.12.2016 05:14 Uhr

Die Truppen von Machthaber Assad wurden unterstützt von Russland und dem Iran, die Rebellen in Syrien bekamen zwar ebenfalls Hilfe - etwa Waffenlieferungen - aber die NATO hielt sich zurück. Der Generalsekretär des Bündnisses verteidigt diese Haltung. Alles andere hätte den Konflikt verschlimmert.

NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg hat die militärische Zurückhaltung des Bündnisses im Syrien-Konflikt gerechtfertigt. Ein Militäreinsatz könnte zu einer weiteren Eskalation beitragen, sagte Stoltenberg der "Bild am Sonntag". Man riskiere, dass sich der Konflikt ausweite.

Manchmal wären die Kosten des Einsatzes militärischer Mittel größer als der Nutzen, sagte Stoltenberg. Mit Blick auf Syrien seien die NATO-Partner zum Ergebnis gekommen, "dass der Einsatz von Militär eine schreckliche Situation noch schrecklicher machen würde."

Von der Leyen: Gnadenlosigkeit nicht vergessen

Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen kritisierte das Vorgehen der russischen und syrischen Streitkräfte. "Weder das syrische Volk noch die Weltgemeinschaft werden die Gnadenlosigkeit von Aleppo je vergessen, die durch nichts zu rechtfertigen ist. Wer den Einsatz von Giftgas und Bomben auf Krankenhäuser und Kinder verantwortet, kann nicht einfach zur Normalität zurück", sagte die CDU-Politikerin.

Weber: Aufnahme von Flüchtlingen jetzt Christenpflicht

Der Vorsitzende der konservativen EVP-Fraktion im Europaparlament, Manfred Weber, forderte die Aufnahme eines Kontingents von 20.000 weiteren syrischen Flüchtlingen in die EU. Eine solche Geste widerspreche nicht der Forderung seiner Partei nach einer Obergrenze für Flüchtlinge, sagte der CSU-Politker der "Bild am Sonntag". "Obergrenze bedeutet eine Festlegung mit Maß und Ziel, aber keine Abschottung und Abriegelung", sagte Weber. Kein Land könne angesichts des Leidens in Aleppo jetzt rechtfertigen, dass es nicht helfen könne. "Alle, die sich auf die christlichen Grundlagen Europas berufen, müssen handeln", so Weber.

Demonstranten tragen in Hamburg Schilder mit den Aufschriften "Stop the war" und "Nicht mehr Blut in Aleppo". | Bildquelle: dpa
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Demonstranten tragen in Hamburg Schilder mit den Aufschriften "Stop the war" und "Nicht mehr Blut in Aleppo".

Demos für Frieden und gegen Assad

In verschiedenen deutschen Städten gingen derweil mehrere Tausend Menschen gegen den Krieg in Syrien auf die Straße. In Berlin beteiligten sich an zwei Demonstrationen nach Polizeiangaben insgesamt rund 2100 Menschen, in Hamburg 800. Auf Plakaten waren Forderungen nach Schutz für Zivilisten in Aleppo zu lesen. Die Demonstranten riefen unter anderem "Aleppo will Frieden".

Auch in London protestierten Menschen gegen den Krieg in Syrien und forderten ihre Regierung auf, mehr für die eingeschlossenen Einwohner Aleppos zu tun.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 18. Dezember 2016 um 09:00 Uhr.

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