Polizist am Tatort in Stockholm | Bildquelle: AP

Nach Anschlag in Stockholm Usbeke gesteht terroristische Tat

Stand: 11.04.2017 15:49 Uhr

Nach dem Lkw-Anschlag in Stockholm ist gegen den festgenommenen Usbeken Haftbefehl erlassen worden. Zuvor hatte er die Tat vor dem Haftrichter gestanden. Dem 39-Jährigen werden Terrorismus und Mord vorgeworfen.

Der festgenommene 39-jährige Usbeke hat den mutmaßlichen Terroranschlag in Stockholm gestanden. Er habe "zugegeben, eine terroristische Tat begangen zu haben und akzeptiert, in Untersuchungshaft genommen zu werden", sagte sein Pflichtverteidiger vor einem Haftrichter in Stockholm. Nun ist Haftbefehl gegen ihn ergangen. Das berichtete der schwedische Fernsehsender SVT.

Im Vorfeld der Anhörung hatte der 39-Jährige beantragt, einen neuen Verteidiger zur Seite gestellt zu bekommen. Er wollte ausschließlich von einem Sunniten vertreten werden. Das Gericht in Stockholm lehnte diesen Antrag aber ab.

Mutmaßlicher Täter war IS-Sympathisant

Er habe mit extremistischen Gruppen wie der Dschihadistenmiliz "Islamischer Staat" (IS) sympathisiert, hatte die schwedische Polizei mitgeteilt. Der Festgenommene habe 2014 eine Aufenthaltsgenehmigung in Schweden beantragt, im Juni 2016 habe die Migrationsbehörde entschieden, ihn auszuweisen. Da er das Land nicht verlassen habe, hätten die Behörden ihn gesucht, aber nicht unter der von ihm angegebenen Adresse angetroffen. Der Polizei war der Usbeke seit dem vergangenen Jahr bekannt.

Foto der Polizei zeigt einen möglichen Verdächtigen | Bildquelle: AP/AFP
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Dieses Fotos hatte die Polizei zur Fahndung veröffentlicht.

Bei dem Anschlag am Freitag war ein gekaperter Lastwagen mit hoher Geschwindigkeit durch eine Fußgängerzone Stockholms gerast und in ein Kaufhaus gesteuert worden. Vier Menschen wurden dabei getötet - ein Engländer, eine Belgierin und zwei Schwedinnen. 15 Menschen wurden verletzt. In einer landesweiten Schweigeminute wurde ihrer gestern gedacht.

Keine Details über weitere Festnahme

Am Sonntag hatten die Ermittler eine weitere Person festgenommen, die in Verbindung zu dem Usbeken stehen soll. Diese werde aber nur in "geringerem Grad" verdächtigt. Angaben zu Alter und Geschlecht der Person machten die Ermittler deshalb nicht. Im Laufe der Ermittlungen hat die Polizei inzwischen 600 Menschen befragt und zahlreiche Adressen in Stockholm und Umgebung durchsucht. Nach Einschätzung der Ermittler könnten die Untersuchungen ein Jahr dauern.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 11. April 2017 um 11:00 Uhr.

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