Steve Bannon | Bildquelle: AFP

Trumps Ex-Chefstratege Bannon zieht weiter "in den Krieg"

Stand: 19.08.2017 05:08 Uhr

Höhepunkt einer erneut turbulenten Woche: Trumps Chefstratege und Sprachrohr der Rechtspopulisten Bannon räumt seinen Platz im Präsidenten-Team. Doch in den "Krieg ziehen" will Bannon für Trump auch außerhalb des Weißen Hauses.

Martin Ganslmeier, ARD-Studio Washington

Nur kurze Zeit nachdem Steve Bannon das Weiße Haus verlassen hatte, leitete er bereits wieder eine Redaktionssitzung bei "Breitbart News" - jener rechtspopulistischen Plattform im Internet, die er zur Wahlkampfmaschine für US-Präsident Donald Trump gemacht hatte. "Jetzt habe ich die Hände wieder an den Waffen", erklärte Bannon in einem Interview mit der Internetseite "Weekly Standard" und kündigte an, den Krieg für Trump und seine Wahlversprechen fortzusetzen.

"Jeden Tag werden wir kämpfen müssen!"

Was er damit vor allem meint, hatte Bannon im Februar die "Dekonstruktion des administrativen Staates" genannt: "Wenn Ihr glaubt, sie geben Euch Euer Land ohne Kampf zurück, dann irrt Ihr gewaltig! Jeden Tag werden wir kämpfen müssen."

Trump nennt es einfach "den Sumpf trocken legen". Wer die größten Frösche in diesem Sumpf sind und wen Bannon künftig als größte Gegner bekämpfen will, auch das sagte er dem "Weekly Standard": das republikanische Establishment. Das habe kein Interesse daran, dass Trump Erfolg hat.

Wörtlich sagte Bannon: "Sie sind keine Populisten, keine Nationalisten, sie haben kein Interesse an seinem Programm. Null." Die Trump-Präsidentschaft, für die er gekämpft habe, sei mit dem heutigen Tag beendet. Auch im Kongress müsse man nun damit rechnen, dass sich die moderaten Kräfte durchsetzen.

Auch auf seine Widersacher im Weißen Haus ist Bannon wütend, sagt Robert Costa von der "Washington Post" im Sender PBS: "Bannon glaubt, dass er Trumps Wählerbasis repräsentiert. Dagegen führen seiner Ansicht nach General John Kelly, Jared Kushner und andere den Präsidenten in die falsche Richtung."

Bannon übernimmt wieder Leitung des Internetportals "Breitbart News"
tagesschau 20:00 Uhr, 19.08.2017, Verena Bünten, ARD Washington

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Sieg der moderaten Kräfte?

Die meisten US-Medien interpretierten Bannons Abgang als Sieg des neuen Stabschefs im Weißen Haus, Kelly, und der moderaten Kräfte in Trumps Umfeld: Wirtschaftsberater Gary Cohn, der Nationale Sicherheitsberater McMaster, Trumps Schwiegersohn Jared Kushner und Tochter Ivanka. Wegen ihrer gemäßigteren Positionen nannte sie Bannon oft verächtlich die "New Yorker Demokraten".

"Wir werden sehen, was mit Mr. Bannon passieren wird"

Zum Verhängnis wurde Bannon letztlich ein Interview zum Thema Nordkorea. Darin hatte er die Kriegsrhetorik des Präsidenten relativiert und erklärt, es gebe "keine militärische Lösung" für Nordkorea. Trump sei wütend gewesen, berichten Insider, dass Bannon seine Aussagen konterkariert habe.

Entsprechend kühl klang Anfang der Woche Trumps Antwort auf die Frage zu Bannons Zukunft: "Mr. Bannon kam sehr spät zu uns. Er ist kein Rassist, aber wir werden sehen, was mit Mr. Bannon passieren wird. Aber er ist eine gute Person, die von der Presse unfair behandelt wird."

Vertreter des republikanischen Establishments begrüßten Trumps Personalentscheidung: "Der Präsident hat absolut richtig gehandelt, Steve Bannon zu feuern", sagte der republikanische Abgeordnete Peter King, "Bannon hat die Regierungsarbeit unterminiert."

Jared Kushner und Ivanka Trump | Bildquelle: dpa
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Trumps Tochter Ivanka und ihr Mann Jared Kushner: "New Yorker Demokraten"

"Nicht Bannon ist das Problem im Weißen Haus"

Bannon war der Kopf hinter Trumps Muslim-Bann. Er gilt als Autor von Trumps dunkler Antrittsrede "America First!". Er lehnte militärische Interventionen im Ausland ab und war gegen Globalisierung und Freihandelsabkommen.

Die Demokraten reagierten einerseits mit Genugtuung auf Bannons Abgang. Andererseits sehen viele keinen Grund zur Entwarnung: "Nicht Bannon ist das Problem im Weißen Haus, sondern Trump", sagte die führende demokratische Abgeordnete Nancy Pelosi. Und Senator Bernie Sanders meinte: "Das Problem war niemals nur Steve Bannon. Es war und wird immer Donald Trump sein."

Bannon will weiter für Trump in den Krieg ziehen
M. Ganslmeier, ARD Washington
19.08.2017 09:13 Uhr

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Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 19. August 2017 um 05:07 Uhr.

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