Gerhard Schröder | Bildquelle: dpa

Steudtners Haftentlassung Schröder hat bei Erdogan vermittelt

Stand: 26.10.2017 11:48 Uhr

Seit Juli saß der deutsche Menschenrechtler Steudtner in türkischer Haft. Dass er nun frei kam, ist laut Außenminister Gabriel auch auf die Vermittlung eines Mannes zurückzuführen: Altkanzler Schröder habe mit dem türkischen Präsidenten Erdogan gesprochen.

Peter Steudtner | Bildquelle: AFP
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Steudtner ist nach fast vier Monaten frei.

Bei der Freilassung des Menschenrechtlers Peter Steudtner hat der frühere Bundeskanzler Gerhard Schröder eine zentrale Rolle gespielt. Schröder habe den Fall bei einem Treffen mit dem türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan angesprochen und erreicht, dass Steudtner aus der Haft entlassen wird. Das berichtete zunächst das Redaktionsnetzwerk Deutschland.

Demnach hatte Bundesaußenminister Sigmar Gabriel Schröder als Vermittler eingeschaltet und dieses Vorgehen vorab mit Kanzlerin Angela Merkel besprochen.

Andere Fälle ebenfalls angesprochen

Außenminister Sigmar Gabriel bestätigte die Vermittlung. Er sei Schröder sehr dankbar. "Es ist ein erstes Zeichen der Entspannung, denn die türkische Regierung hat alle Zusagen eingehalten", so Gabriel. "Nun müssen wir weiter an der Freilassung der anderen Inhaftierten arbeiten."

Dem Bericht zufolge war Schröder eine Woche nach der Bundestagswahl zu Erdogan gereist, um mit ihm über den Fall Steudtner und auch die anderen deutschen Inhaftierten wie Mesale Tolu und Deniz Yücel zu sprechen.

Justizminister Heiko Maas betonte, die Bundesregierung werde sich auch weiterhin für "die übrigen deutschen Staatsbürger, die grundlos und ohne Anklageschrift in Untersuchungshaft sitzen" mit ganzer Kraft gegenüber der Türkei einsetzen: "Dazu dürfen wir weiter nichts unversucht lassen."

Über dieses Thema berichtete Inforadio am 26. Oktober 2017 um 10:40 Uhr.

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