Stern für Snoopy: Ehre für den Peanut-Hund auf dem Walk of Fame | Bildquelle: AFP

"Walk of Fame" in Hollywood Ein Stern für Snoopy

Stand: 03.11.2015 11:32 Uhr

Es ist Stern Nummer 2563 und er gehört einem Hund. Snoopy von den Peanuts ist jetzt auf dem "Walk of Fame" in Hollywood präsent. Der Termin ist kein Zufall: Bald kommt der neue Peanuts-Film ins Kino. Und Snoopy ist nicht einmal der erste Hund auf dem Walk.

Von Wolfgang Stuflesser, ARD-Hörfunkstudion Los Angeles

"Let’s give a big cheer for Snoopy!" Große Ehre für einen kleinen Hund. Eigentlich gelten die Sterne auf dem Walk of Fame ja eher menschlichen Show- und Leinwandgrößen wie Michael Jackson oder Marilyn Monroe. Jetzt hat auch Snoopy, der Hund aus den Peanut-Comics, einen der Sterne auf dem Hollywood-Boulevard bekommen. Und das erst zu seinem 65. Geburtstag - der erste Comic mit ihm erschien 1950.

Und weil Snoopy ja nie spricht und sein Schöpfer Charles M. Schulz vor 15 Jahren gestorben ist, bedankte sich dessen Sohn Craig für die Ehrung. "Niemand verdient so einen Stern mehr als Snoopy. Und das auch noch neben dem meines Vaters. Er wäre so geehrt. Und Snoopy, Du kriegst zu Hause einen Knochen von mir."

Ausschnitt aus dem neuen Peanut-Film: Charly Brown und Snoopy | Bildquelle: AP
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Ausschnitt aus dem neuen Peanut-Film: "Ein Hund liebt einen so, wie man ist. Es ist schön jemanden zu haben, der einem zuhört."

"Snoopy ist ein Freigeist"

Snoopy selbst schweigt und genießt. Ein Schauspieler ist in ein menschengroßes schwarz-weißes Plüschkostüm geschlüpft, knuddelt die anwesenden Kinder und zieht die Abdeckplatte vom rosa Stern mit seinem Namen in messingfarbenen Buchstaben weg.

Charles M. Schulz hat Snoopy bei den Peanuts dem ewigen Verliererhelden Charlie Brown als positiven Gegenentwurf an die Seite gestellt - der Beagle mit der Knubbelnase ist einer, der sich nie unterkriegen lässt, sagt Hollywood-Produzent Paul Feig in seiner Laudatio: "Snoopy ist ein Freigeist: Er träumt sich in so viele Rollen hinein: Ein Pilot im ersten Weltkrieg, ein Astronaut oder ein Krokodil - die anderen finden das verrückt, aber das ist Snoopy egal. Snoopy ist der Typ in uns allen, der loslassen will, der die Fantasien ausleben will, die in uns allen stecken."

Marketing für den neuen Peanuts-Film

Der Mann kennt sich aus mit Snoopy, denn schließlich hat er den neuen Peanuts-Film produziert. Denn natürlich ist die Ehrung - typisch Hollywood - auch eine große Marketing-Aktion für den Film, der diesen Freitag in den USA startet und an Weihnachten in die deutschen Kinos kommt. Darin heißt es: "Ein Hund liebt einen so, wie man ist. Es ist schön jemanden zu haben, der einem zuhört."

Um den Stern zu kriegen, braucht es vor allem eines: Geld. Das Hollywoodstudio 20th Century Fox musste Snoopy bei der Handelskammer des Stadtteils Hollywood offiziell vorschlagen und sich bereit erklären, 30.000 Dollar für die Pflege des Sterns und seine Instandhaltung zu zahlen. Die umgerechnet 27.000 Euro fallen im Vergleich zu den Millionenbudgets in Hollywood kaum ins Gewicht. Zusätzlich gibt es riesige Presse, die der Stern Snoopy und damit auch dem Film bringt.

Ehre für den großen Meister: Snoopy küsst den Stern seines Schöpfers Charles M. Schulz | Bildquelle: AFP
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Ehre für den großen Meister: Snoopy küsst den Stern seines Schöpfers Charles M. Schulz

Nicht der erste Hund auf dem Walk

Übrigens ist Snoopy längst nicht die erste Zeichentrickfigur mit einem Stern, denn das war Micky Maus in den 1970er-jahren. Er ist nicht einmal der erste Hund - schon Super-Collie Lassie hat auf dem berühmten Gehweg des Hollywood-Boulevard Sitz und Platz gemacht.

Für die gut hundert Fans, von denen viele schon Stunden vor der Enthüllung gekommen sind, ist es ein ganz besonderer Tag. Rodrigo Oliva und seine Frau sind hunderte Kilometer gefahren: "Wir sind aus Mexiko gekommen, nur um diese Feier zu sehen", sagt er. "Ich mag Snoopy seit meiner Geburt - ich bin 42 und ich war immer ein Fan", sagt Stefanie Moore. Und Nat Gertler gibt zu "Ich bin ein riesiger Snoopy-Fan, ich habe mehr als tausend Bücher mit Snoopy und Charlie Brown zuhause."

In all dem Trubel geht der anrührendste Moment fast unter: Als der Snoopy-Darsteller mit der Plüsch-Pfote liebevoll über den benachbarten Stern seines verstorbenen Schöpfers Charles M. Schulz streicht. Er wirkt ein bisschen melancholisch und ganz verträumt dabei. Eben typisch Snoopy.

Walk of Fame: Ein Stern für Snoopy
W. Stuflesser, ARD Los Angeles
03.11.2015 10:07 Uhr

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Dieser Beitrag lief am 02. November 2015 um 13:12 Uhr auf NDR Info.

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