In Teheran kamen Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier (li.) und der iranische Außenminister Mohammed Dschawad Sarif zu Gesprächen zusammen. | Bildquelle: AFP

Außenminister Steinmeier im Iran Appell für Syrien-Gespräche

Stand: 02.02.2016 21:24 Uhr

Zwischen dem Iran und Saudi-Arabien herrscht diplomatische Eiszeit. Auf seiner Reise in beide Länder will Bundesaußenminister Steinmeier versuchen, die Spannungen zu lösen. Er rief zur Annäherung auf - vor allem, um den Friedensprozess für Syrien nicht zu gefährden.

Zu Beginn seiner Reise in den Iran und anschließend nach Saudi-Arabien hat Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier zu gemeinsamen Bemühungen bei der Suche nach einer Lösung des Syrien-Konfliktes aufgerufen. "Starke Nationen tragen auch Verantwortung für ihre Nachbarschaft", sagte Steinmeier nach seiner Ankunft in der iranischen Hauptstadt Teheran. Hier kam er zum Gespräch mit seinem iranischen Amtskollegen Mohammed Dschawad Sarif zusammen.

Steinmeier betonte, dass sowohl der Iran als auch Saudi-Arabien in den Ende vergangener Woche in Genf gestarteten Friedensgesprächen für Syrien eine Schlüsselrolle spielten. Doch die gewünschten gemeinsamen Anstrengungen gestalten sich schwierig: Der Iran und Saudi-Arabien - scharfe Konkurrenten bei einer Vormachtstellung in der islamischen Welt - haben die diplomatischen Beziehungen zueinander abgebrochen, nachdem Demonstranten am Anfang dieses Jahres die saudi-arabische Botschaft in Teheran gestürmt hatten.

Diese Spannungen dürften die Friedensprozess nicht gefährden, sagte Steinmeier weiter: "Wenn das außer Kontrolle gerät, kann sehr schnell alles zerstört werden, was wir mit Blick auf mögliche Syrien-Lösungen in den letzten Wochen und Monaten auf den Weg haben bringen können."

Iran weist Saudi-Arabien Schuld zu

Sarif wies die Schuld an der angespannten Lage Saudi-Arabien zu. Der Iran sei sehr wohl an einer Lösung der Krise zwischen dem eigenen Land und Saudi-Arabien interessiert, Riad hingegen wolle "eher eine Eskalation". Ähnlich drückte sich der iranische Präsident Hassan Rouhani im Staatsfernsehen aus: Der Iran sei eine Nation, "die auch vergeben kann, vorausgesetzt, die Fehler, die begangen worden sind, werden korrigiert". Sollte dies nicht geschehen, werde es den Saudis "noch leid tun".

Ein Treffen zwischen Steinmeier und Rouhani ist für morgen geplant. Steinmeier kündigte an, dass in den Beziehungen zwischen Deutschland und dem Iran ein "neues Kapitel" aufgeschlagen werden solle. Ob er den Präsidenten allerdings direkt nach Deutschland einladen will, ließ der Außenminister offen. Rouhani war Ende Januar nach Europa gereist, allerdings lediglich nach Italien und Frankreich. Deutschland hatte keine Einladung ausgesprochen.

Nach dem Gespräch mit Rouhani will Steinmeier noch am selben Tag nach Saudi-Arabien weiterreisen, wo er an der Eröffnung eines Kulturfestivals teilnimmt.

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