Proteste gegen "Dakota Access Pipeline" | Bildquelle: REUTERS

"Dakota Access Pipeline" Polizei räumt "Standing Rock"-Protestcamp

Stand: 23.02.2017 05:49 Uhr

Seit Monaten wird gegen den Bau der "Dakota Access Pipeline" in den USA protestiert. Die Sioux, die den Protest anführten, wurden zu Ikonen des Widerstands gegen das Projekt, dessen Weiterbau Präsident Trump autorisiert hat. Nun wurde das Protestcamp geräumt.

Von Martina Buttler, ARD-Studio Washington

Dunkle Rauchschwaden ziehen über den schneebedeckten Boden im Protestcamp in der Nähe des Standing Rock Sioux Reservats. Demonstranten gegen die Dakota Access Pipeline haben einige ihrer Zelte und Hütten in Brand gesetzt. Aus Protest und aus traditionellen Gründen. Hunderte verließen betend und singend das Camp.

Am Mittwoch um 14 Uhr Ortszeit lief eine Deadline aus. Nach mehr als sechs Monaten wurde das Protestcamp wegen drohender Überflutungen geräumt. In den Hochzeiten waren Tausende Demonstranten hier, um gegen den Bau der umstrittenen Dakota Access Pipeline zu protestieren. US-Präsident Donald Trump hatte mit seiner Unterschrift den Weg für einen Weiterbau frei gemacht.

Protestcamp gegen Pipeline geräumt
tagesschau24 11:00 Uhr, 23.02.2017

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"Wir sind für unsere Enkel hier"

Die geplante Route führt entlang eines Reservats der örtlichen Sioux-Stämme. Hier liegen heilige Stätten der Ureinwohner, die sie schützen wollen. Der Indianerstamm Standing Rock befürchtet außerdem, dass Trinkwasser verschmutzt werden könne, wenn es ein Leck gebe. Die Betreiberfirma versichert, die Leitung sei sicher. Die Projektgegner wollen juristisch gegen die Wiederaufnahme des Baus vorgehen. Eine Frau hofft auf Unterstützung: "Sie haben schon seit Hunderten von Jahren versucht, uns zu zerstören. Sie können es weiter versuchen. Wir bleiben hier. Wir brauchen Hilfe. Es gibt nicht mehr viele von uns. Schließt Euch uns an. Wir sind für unsere Enkel hier. Wir sind hier für Euch."

Es ist das letzte Teilstück der Pipeline, das noch gebaut werden muss. Wenn sie fertig ist, soll die Leitung Öl von North Dakota nach Illinois transportieren. Ex-Präsident Barack Obama hatte in den letzten Amtswochen einen Baustopp verhängt, um Alternativrouten zu prüfen. Die Befürworter der Pipeline argumentieren, dass der Bau eine wichtige Infrastrukturmaßnahme sei. Donald Trump hält Aktien an der Firma, die die Pipeline baut. Seine Entscheidung, den Bau fortzusetzen, habe allerdings nichts damit zu tun, erklärte der US-Präsident.

Standing Rock Dakota | Bildquelle: AFP
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Bei ihrer Abschiedszeremonie legten die Protestler Feuer an das Lager.

Gewinn wichtiger als Grundrechte?

Die Pipeline soll, wenn sie fertig gebaut sein sollte, voraussichtlich 3,7 Milliarden US-Dollar kosten. Jeden Tag sollen dann rund 470.000 Barrel Öl durchgepumpt werden. Umweltschutz- und Menschenrechtsgruppen kritisieren die Ankündigung des Weiterbaus. Amnesty International in den USA sagte, Trump stelle damit den Gewinn von ölfördernden Unternehmen über die Grundrechte von Menschen. Auch Umweltforscher sehen den Bau der Pipeline kritisch. So erklärt Michael Halpern von der Union of Concerned Scientists: "Das Problem mit der Pipeline ist aus Sicht der Wissenschaftler, dass das Ingenieurkorps der US-Armee nicht die nötigen Untersuchungen durchgeführt hat, um festzustellen, was die Risiken sind. Sie gehen komplett blind in diese Sache rein und können keine gut informierte Entscheidung treffen."

Nun wurde erstmal das Protestcamp geräumt. Gouverneur Doug Burgum hat letzte Woche eine Not-Evakuierung angeordnet: "Es ist ungewöhnlich, so viele Leute an einem Ort zu haben, an dem es keinen Wasser- und Abwasseranschluss gibt", begründete er den Schritt. Die Auseinandersetzung um den Bau des letzten Teilstücks der Dakota Access Pipeline wird nun vor Gericht weiter ausgetragen.

Standing Rock Dakota | Bildquelle: REUTERS
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Martialisches Auftreten: Zahlreiche Polizisten waren vor Ort, um die Räumung des Protestcamps in North Dakota durchzusetzen.

Standing Rock Dakota | Bildquelle: AFP
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Die Menschen verließen das Protestcamp vor Ablauf der Frist. Zu Hochzeiten waren hier Tausende versammelt.

Dakota Access Pipeline: Trump gegen Umweltschützer und Ureinwohner
M. Buttler, ARD Washington
23.02.2017 05:49 Uhr

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Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 23. Februar 2017 um 05:40 Uhr und die tagesschau um 09:00 Uhr.

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