In St. Louis nehmen Polizisten einen Demonstranten fest. | Bildquelle: AP

Gewalt nach Gerichtsurteil Mehr als 80 Festnahmen in St. Louis

Stand: 18.09.2017 10:45 Uhr

Zerstörte Gebäude, Hunderte Demonstranten auf den Straßen und mehr als 80 Festnahmen - seit drei Tagen gibt es der US-Stadt St. Louis wütende Proteste. Grund ist der Freispruch eines weißen Polizisten, der einen Schwarzen erschossen hatte.

Den dritten Tag in Folge sind in der US-Stadt St. Louis zunächst friedliche Proteste gegen Polizeigewalt in Gewalt umgeschlagen. Die Polizei nahm mehr als 80 Menschen fest, die sich der Aufforderung widersetzten, die Versammlung aufzulösen. Einsatzkräfte wurden mit Schutzanzügen und Schildern ins Zentrum der Stadt gebracht, wo es laut Polizei zu "bedeutenden Sachbeschädigungen" gekommen war.

Die Proteste am Sonntag mit mehr als 1000 Teilnehmern hatten friedlich begonnen. Unter anderem hielten Hunderte Demonstranten vor der Polizeibehörde der Stadt schweigend eine sechsminütige Zeremonie zum Gedenken an den schwarzen 24-Jährigen ab, der 2011 von einem weißen Polizisten erschossen worden war. Männer und Frauen demonstrierten gegen das aus ihrer Sicht ungerechte Urteil in dem Tötungsfall - ein Richter hatte den Polizisten am Freitag vom Vorwurf des Mordes freigesprochen.

Ausschreitungen bei Protesten in St. Louis gegen Polizeigewalt
tagesschau 17:00 Uhr, 18.09.2017, Stefan Niemann, ARD Washington

Download der Videodatei

Wir bieten dieses Video in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Videodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Video einbetten

Nutzungsbedingungen Embedding Tagesschau: Durch Anklicken des Punktes „Einverstanden“ erkennt der Nutzer die vorliegenden AGB an. Damit wird dem Nutzer die Möglichkeit eingeräumt, unentgeltlich und nicht-exklusiv die Nutzung des tagesschau.de Video Players zum Embedding im eigenen Angebot. Der Nutzer erkennt ausdrücklich die freie redaktionelle Verantwortung für die bereitgestellten Inhalte der Tagesschau an und wird diese daher unverändert und in voller Länge nur im Rahmen der beantragten Nutzung verwenden. Der Nutzer darf insbesondere das Logo des NDR und der Tageschau im NDR Video Player nicht verändern. Darüber hinaus bedarf die Nutzung von Logos, Marken oder sonstigen Zeichen des NDR der vorherigen Zustimmung durch den NDR.
Der Nutzer garantiert, dass das überlassene Angebot werbefrei abgespielt bzw. dargestellt wird. Sofern der Nutzer Werbung im Umfeld des Videoplayers im eigenen Online-Auftritt präsentiert, ist diese so zu gestalten, dass zwischen dem NDR Video Player und den Werbeaussagen inhaltlich weder unmittelbar noch mittelbar ein Bezug hergestellt werden kann. Insbesondere ist es nicht gestattet, das überlassene Programmangebot durch Werbung zu unterbrechen oder sonstige online-typische Werbeformen zu verwenden, etwa durch Pre-Roll- oder Post-Roll-Darstellungen, Splitscreen oder Overlay. Der Video Player wird durch den Nutzer unverschlüsselt verfügbar gemacht. Der Nutzer wird von Dritten kein Entgelt für die Nutzung des NDR Video Players erheben. Vom Nutzer eingesetzte Digital Rights Managementsysteme dürfen nicht angewendet werden. Der Nutzer ist für die Einbindung der Inhalte der Tagesschau in seinem Online-Auftritt selbst verantwortlich.
Der Nutzer wird die eventuell notwendigen Rechte von den Verwertungsgesellschaften direkt lizenzieren und stellt den NDR von einer eventuellen Inanspruchnahme durch die Verwertungsgesellschaften bezüglich der Zugänglichmachung im Rahmen des Online-Auftritts frei oder wird dem NDR eventuell entstehende Kosten erstatten
Das Recht zur Widerrufung dieser Nutzungserlaubnis liegt insbesondere dann vor, wenn der Nutzer gegen die Vorgaben dieser AGB verstößt. Unabhängig davon endet die Nutzungsbefugnis für ein Video, wenn es der NDR aus rechtlichen (insbesondere urheber-, medien- oder presserechtlichen) Gründen nicht weiter zur Verbreitung bringen kann. In diesen Fällen wird der NDR das Angebot ohne Vorankündigung offline stellen. Dem Nutzer ist die Nutzung des entsprechenden Angebotes ab diesem Zeitpunkt untersagt. Der NDR kann die vorliegenden AGB nach Vorankündigung jederzeit ändern. Sie werden Bestandteil der Nutzungsbefugnis, wenn der Nutzer den geänderten AGB zustimmt.

Einverstanden

Zum einbetten einfach den HTML-Code kopieren und auf ihrer Seite einfügen.

"Ihr müsst aufhören, uns zu töten"

Vor und nach der Gedenkzeremonie marschierten die Protestierenden mehrere Stunden lang durch die Straßen und riefen Slogans wie "So sieht Demokratie aus". Schwarze Demonstranten hielten Schilder in die Höhe, auf denen zu lesen war: "Ihr müsst aufhören, uns zu töten."

Bis zum Abend hatte sich die Kundgebung weitgehend aufgelöst, rund 100 Teilnehmer zogen jedoch weiter durch die Innenstadt, warfen Scheiben von Geschäften und Hotels ein und stürzten Pflanzenkübel um. Bereits am Freitag und Samstag hatte es tagsüber friedliche Proteste gegeben, nachts waren sie jedoch eskaliert.

In St. Louis stehen sich Demonstranten und Polizei gegenüber. | Bildquelle: AFP
galerie

Viele Amerikaner sind wütend über die Polizeigewalt, die besonders häufig Schwarze trifft.

Mit fünf Schüssen getötet

In St. Louis stehen sich Demonstranten und Polizei gegenüber. | Bildquelle: dpa
galerie

Bei den Protesten kam es zu Sachbeschädigungen.

Anlass für die Demonstrationen ist der Freispruch eines weißen Ex-Polizisten vom Vorwurf des Mordes: Im Jahr 2011 hatte er den 24-jährigen Anthony Lamar Smith erschossen. Der Schütze hatte ausgesagt, er habe sich bei dem Vorfall damals in Gefahr gefühlt. Smith habe einen silbernen Revolver gehalten.

Weniger als eine Minute vor dem Tod des 24-Jährigen war jedoch auf der Autokamera des Polizisten zu sehen, wie dieser sagte, er werde den jungen Mann töten. Kurz darauf gab er fünf Schüsse ab. Nach dem Urteil sagte der Polizist, er verstehe, dass das Video schlecht aussehe. Doch er habe nichts Falsches getan.

Unruhen in St. Louis halten an
Martin Ganslmeier, ARD washington
17.09.2017 17:47 Uhr

Download der Audiodatei

Wir bieten dieses Audio in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Audiodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 18. September 2017 um 11:00 Uhr.

Darstellung: