Unternehmen unter Spionageverdacht: Kaspersky Lab | Bildquelle: AP

Spionageverdacht US-Regierung geht gegen Kaspersky vor

Stand: 12.07.2017 14:51 Uhr

US-Regierungsstellen dürfen künftig nicht mehr bei Kaspersky Lab einkaufen. Die Trump-Regierung verdächtigt die russische Softwarefirma der Spionage. Kaspersky bestreitet die Vorwürfe. Der Kreml spricht von einer "politisierten Entscheidung".

Die US-Regierung von Präsident Donald Trump geht wegen Spionageverdacht gegen die russische Softwarefirma Kaspersky Lab vor. Der Konzern wurde am Dienstag von zwei Listen mit Firmen gestrichen, bei denen sich US-Regierungsstellen mit Technologie eindecken können, weil die Lieferanten als unbedenklich gelten.

Es ist der bislang konkreteste Schritt gegen die Firma aus Moskau. Das Unternehmen steht in den USA bei Geheimdiensten und Politikern im Verdacht, für den Kreml Zugang zu amerikanischen Netzwerken erlangen zu sollen. Eine Sprecherin der zentralen US-Regierungsverwaltungsstelle sagte, die Maßnahme sei nach einer "gründlichen Abwägung" getroffen worden. Es gehöre zu den Prioritäten, die Sicherheit der technischen Systeme und Netzwerke sicherzustellen.

Kreml "bedauert die Entscheidung"

Der Kreml sprach von einer "politisierten Entscheidung" der Trump-Regierung. Kaspersky sei ein reines Handelsunternehmen mit entsprechendem Angebot, so Sprecher Dimitri Peskow in Moskau. Man bedaure den Schritt. Gleichzeitig betonte Peskow, Moskau werde die Interessen russischer Firmen im Ausland mit Vehemenz verteidigen.

Eugene Kaspersky | Bildquelle: AP
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Eugene Kaspersky ist der Chef der russischen Softwarefirma.

Kaspersky bestreitet Vorwürfe

Kaspersky ist seit Jahrzehnten im Bereich Cyber-Sicherheit ein wichtiger Anbieter. Besonders die Anti-Virus-Software des Konzerns wird weltweit genutzt. Kaspersky teilte mit, keine Neuigkeiten zum Lieferantenstatus in den USA erhalten zu haben. "Kaspersky Lab hat keine Verbindungen zu irgendeiner Regierung, und die Firma hat niemals irgendeiner Regierung der Welt in puncto Cyber-Spionageversuche geholfen - und wird es auch nicht tun", hieß es in einer Mitteilung. Das Unternehmen sei in einen "geopolitischen Streit" gezerrt worden.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 12. Juli 2017 um 14:30 Uhr in den Nachrichten.

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