Sean Spicer  | Bildquelle: REUTERS

Trump-Sprecher Spicer bekräftigt Abhörvorwürfe gegen Obama

Stand: 17.03.2017 09:31 Uhr

US-Präsident Trump hat die Abhörvorwürfe gegen seinen Vorgänger Obama erneuert. Als vermeintlichen Beweis führte sein Sprecher Spicer auch einen TV-Bericht von "Fox News" an. Demnach soll Obama den britischen Geheimdienst beauftragt haben - was dieser sofort als lächerlich zurückwies.

US-Präsident Donald Trump hat die Abhörvorwürfe gegen seinen Vorgänger Barack Obama bekräftigt. "Er bleibt dabei", sagte Trumps Sprecher Sean Spicer, nachdem der Geheimdienstausschuss des Senats kurz zuvor erklärt hatte, keine Beweise für die Vorwürfe gefunden zu haben. Senat und Repräsentantenhaus hätten noch nicht alle relevanten Informationen darüber erhalten, sagte Spicer.

Er verwies auf Medienberichte, in denen über geheimdienstliches Sammeln von Informationen über mögliche Kontakte von Trump-Vertrauten zu Russland spekuliert wurde. "Es ist keine Frage, dass dabei Überwachungstechniken genutzt wurden", sagte Spicer.

Anschuldigungen gegen britischen Geheimdienst

Zudem erhob er Vorwürfe gegen den britischen Geheimdienst GCHQ. Spicer zitierte umfassend einen entsprechenden Bericht des Senders Fox News. Darin wird Obama vorgeworfen, er habe statt der US-Gehimdienste die GCHQ angewiesen, Trump zu überwachen, um "keine amerikanischen Fingerabdrücke zu hinterlassen". Die Anschuldigungen sorgten bei dem britischen Geheimdienst für Unmut. Sie seien "Unsinn" und "vollkommen lächerlich", sagte ein GCHQ-Sprecher. Sie sollten schlicht "ignoriert" werden.

Belege? Fehlanzeige

Der republikanische Präsident hatte Anfang des Monats dem Demokraten Obama über Twitter vorgeworfen, seine Telefone im Trump Tower in New York während des Wahlkampfes im vergangenen Jahr angezapft zu haben. Ein Obama-Sprecher hatte die Vorwürfe - für die Trump keinerlei Belege vorlegen konnte - zurückgewiesen.

Der republikanische Vorsitzende des Geheimdienstausschusses, Richard Burr, und sein Stellvertreter von den Demokraten, Mark Warner, teilten nun in einer gemeinsamen Erklärung mit, dass das Gremium auf Basis der vorliegenden Erkenntnisse keine Hinweise auf ein Abhören gefunden habe. Selbst der republikanische Mehrheitsführer im Repräsentantenhaus, Paul Ryan, sagte, dass es keine Anzeichen dafür gebe.

Trump in Bedrängnis

Trump ist wegen Kontakten zwischen seinen Vertrauten und russischen Regierungsvertretern in Bedrängnis. Viele Beobachter werten die unbewiesenen Vorwürfe deshalb als Ablenkungsmanöver. Der Senatsausschuss befasst sich auch mit Vorwürfen von US-Geheimdiensten und der Bundespolizei FBI, Russland stehe hinter Hackerangriffen auf Demokraten im Wahlkampf, um damit das Ergebnis zu beeinflussen. Russland weist dies zurück.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 17. März 2017 um 09:00 Uhr.

Darstellung: