Kerzen an den Ramblas in Barcelona zum Gedenken an die Opfer des Terroranschlags | Bildquelle: REUTERS

Attentate in Spanien Einer der Terrorverdächtigen vorläufig frei

Stand: 23.08.2017 11:01 Uhr

Zwölf mutmaßliche Mitglieder soll die islamistische Terrorzelle von Barcelona gehabt haben - acht von ihnen sind tot. Die vier Überlebenden wurden jetzt dem Ermittlungsrichter vorgeführt. Einer von ihnen wurde vorläufig auf freien Fuß gesetzt.

Ein Untersuchungsrichter hat nach einer Anhörung entschieden, dass drei der vier überlebenden mutmaßlichen Mitglieder der Terrorzelle von Barcelona in Untersuchungshaft bleiben. Zwei bleiben ohne Möglichkeit, auf Kaution freizukommen in Gewahrsam, einer für zunächst weitere 72 Stunden.

Der vierte Verdächtige werde freigelassen, ordnete Richter Fernando Andreu an. Er wurde gestern noch am Abend vorläufig auf freien Fuß gesetzt. Es gebe zum jetzigen Zeitpunkt keine Beweise, dass er an den Taten beteiligt war, schrieb der Richter in seiner Begründung. Ihm gehöre lediglich das Tatfahrzeug von Cambrils. Dennoch werde weiter gegen ihn ermittelt. Der Verdächtige muss sich regelmäßig bei der Polizei melden und darf Spanien nicht verlassen.

Den drei Männern in Untersuchungshaft werden unter anderem Tötungsdelikte, Mitgliedschaft in einer Terrororganisation und der Umgang mit Sprengstoff vorgeworfen.

Ermittlungen nach Terroranschlägen in Spanien
tagesschau24 11:00 Uhr, 23.08.2017, Natalia Bachmayer, ARD Madrid

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Details aus den Vernehmungen

Zuvor waren Details aus den Vernehmungen bekannt geworden. Laut Medien sollen nicht alle Verdächtige eingeräumt haben, in die terroristischen Aktivitäten verwickelt gewesen zu sein. Der 28-jährige Driss O. habe zum Beispiel zwar gestanden, den für den Anschlag in Barcelona benutzten Lieferwagen und ein weiteres Fahrzeug gemietet zu haben. Er habe nach eigenen Angaben aber gedacht, dass seine Bekannten damit einen Umzug machen wollten, berichteten Medien.

Einer der Verdächtigen habe außerdem gestanden, dass die Gruppe größere Sprengstoffanschläge unter anderem auf die weltberühmte Basilika Sagrada Familia in Barcelona geplant habe, berichteten die Zeitung "El Mundo" und andere Medien. Darüber wurde seit Tagen spekuliert. Die Sagrada Familia ist eine der wichtigsten Touristenattraktionen der Stadt, zu der täglich Tausende Besucher kommen.

Basilika La Sagrada Familia in Barcelona | Bildquelle: picture alliance / Matthias Balk
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Die Basilika La Sagrada Familia

Insgesamt 15 Menschen getötet

Zwei der mutmaßlichen Mitglieder der Terrorzelle identifizierten den toten Imam Abdelbaki Es Satty als Drahtzieher. Es Satty habe ursprünglich Sprengstoffanschläge auf Sehenswürdigkeiten in Barcelona geplant und auch vorgehabt, sich selbst dabei zu töten, sagte der Verdächtige Mohamed Houli C. vor Gericht, wie aus Justizkreisen verlautete. Auch ein weiterer Verdächtiger belastete den Imam.

Bei einem Anschlag mit einem Lieferwagen in Barcelona und einer vereitelten Attacke im ebenfalls in Katalonien liegenden Küstenort Cambrils wurden am vorigen Donnerstag insgesamt 15 Menschen getötet. Die dafür verantwortliche Terrorzelle wurde nach Polizeiangaben zerschlagen. Neben den vier Gefassten soll die Gruppe weitere acht Mitglieder gehabt haben, die alle tot seien.

Mit Informationen von Oliver Neuroth, ARD-Studio Madrid

Terrorverdächtiger gesteht größere Anschlagspläne in Barcelona
Oliver Neuroth, ARD Madrid
22.08.2017 18:02 Uhr

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Über dieses Thema berichteten am 22. August 2017 Deutschlandfunk um 18:17 Uhr und die tagesthemen um 22:15 Uhr.

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