Literaturnobelpreisträger Mario Vargas Llosa spricht in Barcelona. | Bildquelle: REUTERS

Katalanen gegen Separatismus "Leidenschaft kann zerstörerisch sein"

Stand: 08.10.2017 17:42 Uhr

Sie selbst bezeichnen sich als die schweigende Mehrheit: Hunderttausende Spanier haben in Barcelona für die Einheit des Landes und gegen katalanischen Separatismus demonstriert. Literaturnobelpreisträger Vargas Llosa warnte eindringlich vor Fanatismus.

Von Marc Koch, ARD-Studio Madrid

"Es lebe Spanien, es lebe Katalonien" - singend ziehen sie durch die Innenstadt von Barcelona. Eine kaum überschaubare Menschenmenge schwenkt die Fahnen Spaniens, Kataloniens und der Europäischen Union.

Die Demonstranten wollen Katalonien gegen den Separatismus verteidigen und für die Einheit Spaniens demonstrieren. Sie sind in ihren Augen die Mehrheit, die bisher geschwiegen hat. Vielleicht zu lange. Jetzt aber zeigten sie sich, sagt Xavier Albiol, Chef der katalanischen konservativen Partei. "Ganz Spanien ist auf die Straße gegangen, diesmal, um uns gegen einen Staatsstreich der katalanischen Regionalregierung zu verteidigen."

Massendemo gegen Unabhängigkeit Kataloniens
tagesthemen 22:45 Uhr, 08.10.2017, Stefan Schaaf, ARD Madrid zzt. Barcelona

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Die Separatisten halten sich zurück

Organisiert wird die Demonstration von der Gruppe "Katalanische Zivilgesellschaft", die den Konservativen und anderen bürgerlichen Parteien nahesteht. Doch um Parteien gehe es heute nicht, sagt der Chef der katalanischen Liberalen, Albert Rivera: "Ich bin total aufgewühlt. Das ist einer der emotionalsten Tage, seit ich in der Politik bin. Die Katalanen haben geantwortet und sie haben keine Angst mehr."

Die Unabhängigkeitsbefürworter verzichteten heute auf Gegendemonstration und Statements.

Deutliche Warnung vor Fanatismus

Stattdessen spricht der Literaturnobelpreisträger Mario Vargas Llosa, gebürtiger Peruaner mit spanischem Pass. Er warnt vor politischem Fanatismus. "Leidenschaft kann auch zerstörerisch und grausam sein, wenn sie von Fanatismus und Rassismus getrieben wird."

Genau das wirft der Schriftsteller den katalanischen Separatisten vor. "Der Nationalismus hat die Geschichte Europas, der Welt und auch Spaniens mit Krieg, Blut und Leichen gefüllt", sagt Vargas Llosa.

"Wir wollen anständige Wahlen"

Demonstration in Barcelona | Bildquelle: REUTERS
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Demonstranten tragen eine große Spanien-Fahne durch Barcelona.

Während der Nobelpreisträger Vargas Llosa und der Ex-Präsident des Europarlaments, Josep Borell, für Vielfalt und Demokratie werben, kommen aus der Menge Vorschläge, um den Konflikt zu entschärfen.

Neuwahlen wären ein Weg, sagt der Liberale Rivera. "Wir wollen abstimmen, weil wir keine Angst haben. Wir wissen, dass wir die Mehrheit sind. Wir sind im Recht, und wir wollen anständige Wahlen, um diesen Irrsinn zu beenden."

Der katalanische Sozialist Salvador Illa kann sich Verhandlungen über ein neues Autonomiestatut vorstellen. Er sagt: "Wir sind für einen Kompromiss, der die katalanische Gesellschaft eint, und wir könnten einen neuen Pakt zwischen Katalonien und Spanien verhandeln."

Allerdings müssten sich dazu die Verantwortlichen in Madrid und Barcelona endlich bewegen.

Barcelona - Großdemonstration für die Einheit Spaniens
Marc Koch, ARD Madrid
08.10.2017 16:49 Uhr

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Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 08. Oktober 2017 um 17:15 Uhr.

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