Infantin Cristina | Bildquelle: AFP

Betrugsaffäre um spanisches Königshaus Felipe erkennt Cristina den Titel ab

Stand: 12.06.2015 09:54 Uhr

Eine offizielle Begründung gibt es zwar nicht. Die inoffizielle kann sich aber ohnehin jeder denken: Spaniens König Felipe hat seiner Schwester Cristina den Herzogin-Titel aberkannt - wohl weil sie sich demnächst vor Gericht wegen Steuerbetrugs verantworten muss.

Spaniens König Felipe VI. hat seiner wegen Steuerbetrugs angeklagten Schwester Cristina den Titel der Herzogin aberkannt. Die Infantin, die an diesem Samstag 50 Jahre alt wird, war 1997 vom damaligen Monarchen Juan Carlos zur Herzogin von Palma de Mallorca ernannt worden. Anlass war die Hochzeit mit dem frü heren Handballstar Inaki Urdangarin

Eine offizielle Begründung für die Aberkennung blieb das Königshaus zwar schuldig. Klar scheint aber, dass die Maßnahme im Zusammenhang mit dem anstehenden Prozess stehen. Die Infantin ist wegen Beihilfe zum Steuerbetrug in zwei Fällen angeklagt.

Der spanische König Juan Carlos geleitet 1997 seine Tochter Cristina zum Traualtar. (Archiv) | Bildquelle: AP
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Da war ihre Welt noch in Ordnung. Cristina, 1997 von Juan Carlos zum Traualtar geleitet.

Sechs Millionen Euro Spendengelder veruntreut?

Der Hauptbeschuldigte in dem Fall sind ihr Mann Urdangarin und ein ehemaliger Geschäftspartner. Urdangarin soll zusammen mit seinem Kompagnon sechs Millionen Euro Spendengelder veruntreut haben, die eigentlich für seine Wohltätigkeitsorganisation Noos gedacht waren. Cristina war Mitglied im Noos-Vorstand, beteuert aber, nichts von den mutmaßlichen Machenschaften gewusst zu haben.

Iñaki Urdangarín | Bildquelle: dpa
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Der Hauptbeschuldigte: Ehemann Inaki Urdangarín

Die Ermittlungen in dem Korruptionsfall dauern seit 2010 an. Gegen Cristina wurde erst im Dezember 2014 Anklage erhoben. Die Aberkennung des Titels gilt auch für den 47-jährigen Urdangarin selbst. Er durfte sich bislang Herzog von Palma de Mallorca nennen.

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