Rettungskräfte untersuchen das Wrack des verunglückten Busses. | Bildquelle: dpa

Tödliches Busunglück in Spanien 13 Studentinnen kommen ums Leben

Stand: 20.03.2016 17:42 Uhr

Eine Gruppe von Erasmus-Studentinnen befand sich in der Nacht zu Sonntag mit dem Bus auf dem Rückweg einer Exkursion in Valencia. Dann verlor der Fahrer offenbar die Kontrolle - es kam zu einem schweren Unfall. 13 Frauen starben. Zu der Gruppe gehörten auch Deutsche.

Von Marc Dugge, ARD-Studio Madrid

In Spanien sind bei einem Busunglück mindestens 13 Studentinnen ums Leben gekommen. 28 Menschen werden noch medizinisch versorgt, neun davon sind schwer verletzt. Noch läuft die Identifizierung der Toten.

Eine Sprecherin des Auswärtigen Amtes wollte nicht ausschließen, dass auch Deutsche unter den Opfern sind.

Der katalanische Ministerpräsident Carles Puigdemont sagte, bei den Opfern handele es sich ausschließlich um Frauen. Sonst hielt er sich mit Details zurück: "Über die Identität der Opfer können wir noch keine genauen Angaben geben. Wir versuchen herauszufinden, wer genau im Bus saß. Möglicherweise hat der ein oder andere Passagier noch kurzfristig den Bus gewechselt."

Busunglück in Spanien
ARD-Morgenmagazin, 21.03.2016, Jörg Rheinländer, ARD Madrid

Download der Videodatei

Wir bieten dieses Video in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Videodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Erasmus-Studenten für Auslandssemester in Spanien

Insgesamt sollen 57 Menschen im Unglücksbus gesessen haben, die meisten von ihnen Erasmus-Studenten, die in Barcelona ein Auslandssemester machten. Unter den Insassen waren nach Angaben der Regionalregierung von Katalonien auch Deutsche.

Die Studenten hatten zusammen ein berühmtes Volksfest in Valencia besucht. Zu diesem Zweck hatten die Veranstalter der Exkursion insgesamt fünf Busse gechartert. In der Nähe von Tarragona merkte der Fahrer des vierten Busses, dass etwas nicht stimmen kann. Sein Sohn Raúl berichtet im spanischen Radio Nacional: "Mein Vater fuhr den Bus vor dem verunglückten Fahrzeug. Er sah in den Rückspiegel und merkte, dass der Bus hinter ihm verschwunden war. Er fuhr an der nächsten Tankstelle raus, versuchte, den anderen Fahrer anzurufen - aber der ging nicht dran. Er bat seine Passagiere, jemanden im anderen Bus anzurufen."

Fahrer galt als erfahrener Chauffeur

Was passiert war, erfuhren die Passagiere letztlich offenbar durch eine Whatsapp-Nachricht von einem der Studenten aus dem verunglückten Bus. Dessen Fahrer überlebte den Unfall leicht verletzt. Er wurde noch am Morgen verhört. Tests ergaben, dass er weder Alkohol noch sonstige Drogen im Blut hatte. Er gilt als erfahrener Chauffeur.

Der Innenminister von Katalonien, Jordi Jané, schloss bereits aus, dass der Straßenzustand an dem Unglück schuld sein könnte. Er glaubt an menschliches Versagen. "Es deutet alles darauf hin, dass der Bus zunächst nach rechts driftete. Als er mit der Leitplanke zusammenstieß, riss der Fahrer offenbar mit aller Kraft das Steuer herum, sodass der Bus auf die Gegenfahrbahn geriet."

Der Bus stürzte um. Ein entgegenkommendes Auto prallte mit ihm zusammen. Dessen Passagiere überlebten verletzt. Der Unfall von Tarragona ist eines der schwersten Busunglücke der vergangenen Jahre in Spanien. Noch am Nachmittag liefen die Bergungsarbeiten, die Autobahn blieb in eine Richtung gesperrt.

Spaniens König Felipe und Ministerpräsident Mariano Rajoy haben den Angehörigen ihr Beileid ausgedrückt.

Busunglück in Spanien
M. Dugge, ARD Madrid
20.03.2016 17:03 Uhr

Download der Audiodatei

Wir bieten dieses Audio in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Audiodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Darstellung: