Regen aus Sternschnuppen über dem Mars | Bildquelle: dpa

Planetenforschung Komet trifft Mars trifft Sonnensturm

Stand: 22.09.2017 11:31 Uhr

Ein spektakuläres Ereignis im Oktober 2014 beschäftigt die Planetenforscher bis heute: Der Komet Siding Spring streifte in einer Entfernung von nur 140.000 Kilometern den Mars. Fast zeitgleich gab es einen Sonnensturm.

Die Auswirkungen einer großen Sonneneruption erschweren die Analysen eines spektakulären Kometen-Besuchs am Mars. Das zeigen Beobachtungen, die auf dem europäischen Planetenforscherkongress in Riga vorgestellt wurden.

Der Komet "Siding Spring" (Katalognummer C/2013 A1) hatte den Roten Planeten Mars im Oktober 2014 gestreift - in nur 140.000 Kilometern Entfernung. Das entspricht rund einem Drittel der Distanz von Erde und Mond. Dieses Ereignis löste den größten Meteorsturm aus, der je beoachtet wurde - mit bis zu 30 Sternschnuppen pro Sekunde.

Begegnung einmal in 100.000 Jahren

Mehrere Raumsonden, Teleskope und der Mars-Rover "Curiosity" beobachteten die nahe Begegnung, die so im Schnitt nur einmal in 100.000 Jahren vorkommt. "Mars war für mehrere Stunden im wahrsten Sinne eingehüllt in die Koma, die äußere Atmosphäre des Kometen", erläuterte die Forscherin Beatriz Sanchez-Cano von der Universität von Leicester in Großbritannien.

Sonneneruption nur 44 Stunden vorher

Zeitgleich mit dem Kometen war auch die Sonne sehr aktiv und schleuderte eine große Wolke elektrisch geladenes Gas ins All. 44 Stunden vor dem Kometen erreichte diese Sonneneruption den Roten Planeten.

"Eine genauere Datenanalyse zeigt, dass die Wechselwirkung des Kometen mit Mars wegen der Auswirkungen der Sonneneruption, die Mars ein paar Stunden vorher erreicht hat, viel schwieriger zu verstehen ist als erwartet." So nahmen die Instrumente etwa deutlich weniger elektrisch geladene Wassermoleküle (Ionen) wahr als erwartet. Die Teilchen fielen vom Kometen in die Marsatmosphäre.

Die Forscher gehen davon aus, dass der Großteil der Wasser-Ionen vom Kometen durch den Sonnensturm weggeblasen wurde. Zugleich beschleunigte der Sonnensturm vermutlich Sauerstoff-Ionen und Staubpartikel vom Kometen, was zu messbaren Schauern dieser Teilchen in der Marsatmosphäre geführt hat.

Höhepunkt der Sandsturm-Saison auf dem Mars

Zusätzlich zum Sonnensturm herrschte zum Zeitpunkt des Kometen-Vorbeiflugs allerdings auch noch der Höhepunkt der Sandsturm-Saison auf dem Mars, wie Sanchez-Cano berichtete. "Wir müssen den Gesamtzusammenhang der Beobachtungen verstehen, um die tatsächlichen Auswirkungen des Kometen auf den Mars zu isolieren", betonte die Forscherin.

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