Britische Flagge im EU-Parlament

Resolution des EU-Parlaments EU-Abgeordnete für schnelle Brexit-Verhandlungen

Stand: 28.06.2016 17:21 Uhr

Die Reaktionen im Europaparlament auf das Brexit-Votum sind hoch emotional. Doch bei allem Frust: Die Trennungsverhandlungen sollen schnell beginnen. Jetzt beraten die EU-Regierungschefs beim Gipfel mit Premierminister Cameron über die Folgen.

Nach einer emotionalen Debatte über das Brexit-Votum hat das Europaparlament schnelle Verhandlungen über einen EU-Austritt Großbritanniens gefordert. Die Abgeordneten verabschiedeten bei einer Sondersitzung in Brüssel eine entsprechende Resolution. Eine lange Phase der Unsicherheit sei für beide Seiten Gift, sagte der Fraktionsvorsitzende der Europäischen Volkspartei (EVP), Manfred Weber.

Die vier großen Fraktionen im Parlament - EVP, Sozialdemokraten, Liberale und Grüne - hatten den Antrag für die Resolution gemeinsam gestellt. Diese hat vor allem symbolischen Charakter. EVP-Chef Weber forderte seine Politiker-Kollegen zudem auf, "populistisches Brüssel-Bashing" zu stoppen und Verantwortung zu übernehmen. Der britische Premier David Cameron habe seine gesamte Karriere auf dem Rücken Europas gemacht. So etwas müsse aufhören.

EU-Gipfel in Brüssel nach Brexit-Referendum
tagesschau 20:00 Uhr, 28.06.2016, Markus Preiß, ARD Brüssel

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Juncker gegen geheime Verhandlungen

EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker forderte erneut schnelle Verhandlungen: "Ich möchte, dass Großbritannien seine Position klärt." Bevor Großbritannien seinen Wunsch nach einem EU-Austritt nicht offiziell angemeldet habe, gebe es auch keine Verhandlungen. "Ich habe meinen Kommissaren verboten, mit Vertretern der britischen Regierung zu diskutieren", so Juncker.

Als Sieger trat der britische Rechtspopulist und Brexit-Wortführer Nigel Farage auf. Vor 17 Jahren habe man ihn noch für seine Brexit-Kampagne ausgelacht. "Jetzt lachen Sie nicht mehr, oder?", sagte Farage.

Auf Handelsbeziehungen zwischen Großbritannien und der EU will er aber auch nach einem Austritt aus der Union nicht verzichten und warb deshalb für ein Freihandelsabkommen. "Wir werden mit Euch Handel treiben, wir werden mit Euch kooperieren", sagte der EU-Abgeordnete. Das klang so ähnlich wie der europäische Binnenmarkt - aus dem Großbritannien möglicherweise demnächst austreten muss, wenn es seinen EU-Austritt erklärt.

EU-Gipfel hat begonnen

Beim Gipfeltreffen der EU-Staats- und Regierungschefs in Brüssel stehen heute Abend vor allem Gespräche mit dem britischen Premier David Cameron über das Ergebnis der Volksabstimmung auf der Agenda. Dieser Punkt soll bei einem gemeinsamen Essen der 28 Teilnehmer besprochen werden. Außerdem wollen die EU-Chefs über die Themen Migration und äußere Sicherheit sprechen.

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