Eine Frau sitzt bei Bandar Beyla im Nordosten der autonomen Region Puntland, Somalia, neben zwei abgemagerten Ziegen. (08. März 2017) | Bildquelle: dpa

Somalia-Konferenz Wieder nicht genug

Stand: 11.05.2017 20:31 Uhr

Terrorismus, Korruption und Armut: Das sind laut Somalias Präsident die größten Feinde des Krisenlandes. Das drängendste Problem sei aber die Dürre, sagte UN-Generalsekretär Guterres in London und bat um zusätzliche Hilfen in Höhe von 828 Millionen Euro.

Von Thomas Spickhofen, ARD-Studio London

Diese Konferenz war ein Erfolg auf der ganzen Linie, so zumindest UN-Generalsekretär Antonio Guterres. Nach Jahrzehnten der Konflikte, der Armut und des Leidens sei nun die Möglichkeit gegeben, Frieden nach Somalia zu bringen, so Guterres. So könnten normale Institutionen in dem Land aufgebaut und der Grundstein für eine normale wirtschaftliche Entwicklung gelegt werden.

"Diese Möglichkeit ist nur da, weil es jetzt in Somalia einen Präsidenten und eine Regierung gibt, die einen sinnvollen Plan haben", sagte Guterres. Diese hätten die Unterstützung der Staatengemeinschaft verdient.

Somalia-Konferenz in London | Bildquelle: REUTERS
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Somalia-Konferenz in London - laut UN-Generalsekretär Guterres ein Erfolg.

Somalias Präsident bittet um Vertrauen

Seit Februar ist der demokratisch gewählte Präsident Mohamed Abdullahi Mohamed "Farmaajo" im Amt. Sein Plan lautet: Mehr Sicherheit durch einen Pakt der Zentralregierung mit regionalen Kräften, unterstützt von der internationalen Gemeinschaft. Ganz allmählich soll das Land dann sein Schicksal wieder selbst in die Hände nehmen können.

In dem Sicherheitspakt sieht Farmaajo die Basis für jede weitere Entwicklung und verspricht, Somalia werde nie mehr in die schwierige Vergangenheit zurückkehren. Das sei der Wille des Volkes und das Ziel der Regierung, sagte Farmaajo und fügte hinzu: "Bitte vertrauen Sie der Ernsthaftigkeit dieses Versprechens."

Mehr als 40 internationale Delegationen nahmen an dem Treffen in London teil: Regierungen, Hilfsorganisationen, Internationaler Währungsfonds und die Weltbank. Bevor es um die langfristige Stabilität in dem von Bürgerkriegen und Hungersnöten zerrütteten Land ging, mussten sie sich aber mit der aktuellen Hungersnot befassen. Millionen Menschen sind nach Angaben von Hilfsorganisationen unmittelbar bedroht, Hunderttausende auf der Flucht.

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nachtmagazin 00:00 Uhr, 12.05.2017, Mario Schmidt, ARD Peking

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Gabriel nimmt Staatengemeinschaft in die Pflicht

Es sei spät, aber noch nicht zu spät, um einzugreifen, sagte Bundesaußenminister Sigmar Gabriel in London. Anfang des Monats war er selbst in Somalia. "Anders als vor ein paar Jahren ist die jetzt drohende Hungerkatastrophe absehbar. Sie kommt nicht sozusagen über Nacht und überraschend", sagte Gabriel. "Deswegen ist die  Staatengemeinschaft auch aufgefordert, etwas zu tun."

Mehr als die Hälfte der notwendigen Mittel für dieses Jahr sind laut Gabriel inzwischen zusammen, es fehlten aber noch 45 Prozent. Die Bundesregierung habe ihre Unterstützung auf 140 Millionen Euro aufgestockt, das sei das Dreifache des vergangenen Jahres.

UN-Generalsekretär Guterres forderte bei der Konferenz auch eine stärkere und berechenbare Unterstützung für AMISOM, die internationale Schutztruppe in Somalia. Sie ist seit 2007 im Land und umfasst zurzeit fast 20.000 Soldaten.

Somalia-Konferenz in London - Tageszusammenfassung
T. Spickhofen, ARD London
11.05.2017 19:25 Uhr

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Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 11. Mai 2017 um 20:00 Uhr.

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