Pläne des US-Verteidigungsministeriums US-Soldatinnen dürfen bald an die vorderste Front

Stand: 24.01.2013 08:02 Uhr

Frauen sollen in der US-Armee künftig an vorderster Front kämpfen dürfen. Das Pentagon will den generellen Ausschluss von Soldatinnen vom Kampfgeschehen aufheben, berichten verschiedene Medien. Verteidigungsminister Panetta will seine Pläne heute vorstellen.

Von Rüdiger Paulert, WDR-Hörfunkkorrespondent Washington

US-Soldatinnen | Bildquelle: AFP
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Bisher durften Frauen nicht direkt am Kampfgeschehen teilnehmen.

Das amerikanische Militär steht vor einem weiteren fundamentalen Wandel. Nachdem sich seit kurzem Schwule und Lesben offen bekennen und deshalb nicht diskriminiert werden dürfen, soll nun eine Schranke für Frauen fallen. Schon bald dürfen auch sie an vorderster Front kämpfen, Seite an Seite mit ihren männlichen Kollegen. Dies melden übereinstimmend Nachrichtenagenturen und Zeitungen in den USA.

Rund 200.000 bisher für Männer reservierte Jobs, insbesondere bei der Armee und bei der Marineinfanterie, stehen damit zukünftig auch Frauen offen. Dazu zählt auch der Einsatz bei den Spezialkommandos, wie etwa den Navy Seals. Dies öffnet Frauen dann zusätzliche Aufstiegsmöglichkeiten; denn gerade hier gilt die Teilnahme an Kampfeinsätzen als Voraussetzung für einen Sprung auf die Top-Positionen.

Schritt längst überfällig?

Für viele Soldatinnen sei dieser Schritt längst überfällig gewesen, so Dawn Halfaker. Sie war im Irak Zugführerin bei der amerikanischen Militärpolizei. Bei einem Einsatz verlor sie einen Arm. Dies zeige, so Haffaker, dass im Alltag der Unterschied in Kriegsgebieten ohnehin verwische: "Es gibt keinen großen Unterschied mehr. Viele Einsätze, die wir hatten, führten wir gemeinsam mit der Infanterie durch oder mit Artillerieeinheiten. Wir haben alle gemeinsam gekämpft und das gleiche getan."

Soldatinnen auch in Kampfeinsätzen
R. Paulert, WDR Washington
24.01.2013 08:51 Uhr

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Die beste Schützin mit dem Maschinengewehr in Haffackers Zug war Victoria Rivers. Deshalb nahm sie auch an Einsätzen mit Spezialkräften teil. Noch jetzt - Jahre später - erinnert sie sich gern daran. Sie habe Seite an Seite mit den Spezialteams gekämpft. Das sei ziemlich cool gewesen, sagt sie noch heute. Trotzdem sieht sie Unterschiede zu ihren männlichen Kollegen: "Es gibt immer noch Jobs, die Frauen nicht tun können, weil sie die Kraft nicht haben." Dies ist zum Beispiel etwa bei der Marineinfanterie der Fall, bei der die Soldaten im Einsatz manchmal Rucksäcke mit bis zu 50 Kilo Gewicht tragen müssen.

Panetta stellt Pläne vor

Erst jüngst hatte die Marineinfanterie ihre Offiziersschule auch für Rekrutinnen geöffnet. Gleich die ersten zwei waren der Belastung im Training nicht gewachsen und brachen die Ausbildung ab. Doch dies wird zukünftig nicht leicht für die Militärführung. Wenn sie Frauen aus bestimmten Einheiten heraushalten will, muss sie dies direkt gegenüber dem amerikanischen Verteidigungsminister rechtfertigen.

US-Verteidigungsminister Leon Panetta wird heute seine Pläne offiziell vorstellen. Bis Ende Mai soll das Pentagon dann die Pläne für die Teilnahme von Soldatinnen an Kampfeinsätzen vorlegen. Bis Ende 2015 sollen die Pläne dann umgesetzt sein.

Dieser Beitrag lief am 13. Januar 2013 um 07:38 Uhr auf NDR Info.

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