Snowden-Interview: "Regierungsvertreter wollen mich töten"

Ex-Geheimdienstler Snowden im Gespräch mit der ARD

Interview mit Edward Snowden in der ARD

"Regierungsvertreter wollen mich töten"

In seinem weltweit ersten Fernsehinterview hat der frühere US-Geheimdienstmitarbeiter Edward Snowden von deutlichen Drohungen ihm gegenüber berichtet. "Regierungsvertreter wollen mich töten", sagte er im Gespräch mit dem NDR-Journalisten Hubert Seipel.

Als Beleg führte Snowden einen Artikel auf der Internet-Plattform "buzzfeed" an. Mitglieder des Pentagon und der NSA hätten dem Reporter erzählt, dass sie Snowden umbringen wollten. "Diese Leute, und das sind Regierungsbeamte, haben gesagt, sie würden mir nur zu gerne eine Kugel in den Kopf jagen oder mich vergiften, wenn ich aus dem Supermarkt komme und dann zusehen, wie ich unter der Dusche sterbe."

Snowden hat in Russland vorerst Asyl erhalten.

"USA betreiben Wirtschaftsspionage"

Zuvor hatte Snowden seine Überzeugung bekräftigt, die USA forschten auch ausländische Wirtschaftsunternehmen aus. Aus seiner Sicht sei es überhaupt keine Frage, dass die USA sich so verhielten. US-Geheimdienste forschten eben nicht nur Politiker und andere Bürger aus: "Wenn es etwa bei Siemens Informationen gibt, die dem nationalen Interesse der Vereinigten Staaten nutzen, aber nichts mit der nationalen Sicherheit zu tun haben, dann nehmen sie sich diese Informationen trotzdem", sagte er.

Erste Bilder aus dem Interview mit Edward Snowden
tagesschau 20:00 Uhr, 25.01.2014, Christoph Mestmacher-Steiner, NDR

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Erst vor wenigen Tagen hatte eine NSA-Sprecherin betont, dass der Geheimdienst nicht in Wirtschaftsspionage verwickelt sei. Hintergrund war ein Bericht der "New York Times", dass der US-Geheimdienst Computer mit Funkwanzen präparieren würde.

Zuvor hatten deutsche Politiker gefordert, ein mögliches No-Spy-Abkommen mit den USA solle auch einen Verzicht auf Wirtschaftsspionage beinhalten.

Snowden: Nehme keinen Einfluss auf Veröffentlichungen

Snowden beteuerte gegenüber der ARD, er selbst sei nicht mehr im Besitz des brisanten Materials, sondern habe es ausgewählten Journalisten und somit der Öffentlichkeit übergeben. Einfluss auf mögliche Veröffentlichungen nehme er nicht. Das Interview ist in Zusammenarbeit des Norddeutschen Rundfunks und der Produktionsfirma Cinecentrum entstanden.

Das Erste zeigt das gesamte Interview heute in wesentlichen Auszügen in der ARD-Gesprächssendung "Günther Jauch" um 21.45 Uhr und im Anschluss um 23.05 Uhr in voller Länge ebenfalls im Ersten. 

Erstes Interview mit Edward Snowden im deutschen Fernsehen
K. Drehkopf, NDR
25.01.2014 17:13 Uhr

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Stand: 26.01.2014 12:40 Uhr

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