Ein Mitarbeiter der französischen Staatsbahn SNCF hilft einem Reisenden am Gare de Lyon in Paris | Bildquelle: AFP

Reform bei der SNCF Macron will Privilegien bei der Staatsbahn kippen

Stand: 26.02.2018 13:45 Uhr

Die französische Staatsbahn ist hoch verschuldet. Präsident Macron plant nun eine tiefgreifende Reform, die den beamtenähnlichen Status der Angestellten bedroht. Die Gewerkschaften machen mobil.

Frankreichs Regierung will die hoch verschuldete staatliche Bahngesellschaft SNCF reformieren. Doch mit seinem Reformprojekt geht Präsident Emmanuel Macron auf Konfrontationskurs zu den Gewerkschaften.

Der französische Präsident Emmanuel Macron drängt auf einen Einhaltung der Waffenruhe. | Bildquelle: REUTERS
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Präsident Macron plant eine tiefgreifende Reform, die den beamtenähnlichen Status der Angestellten bedroht.

Kern der Reform ist die Abschaffung des beamtenähnlichen Status der Bahnbeschäftigten. Er macht betriebsbedingte Kündigungen unmöglich und garantiert eine Vorzugsrente, unter der Lokführer im Schnitt bereits mit 54 Jahren in Ruhestand gehen.

Dieser Status aus dem Jahr 1950 soll nach Angaben des Premiers künftig bei Neueinstellungen entfallen. Die Mitarbeiter der SNCF würden dann "von denselben Arbeitsbedingungen profitieren wie alle Franzosen", sagte er.

45 Milliarden Euro Schulden

Um die Reform durchzusetzen, sei die Regierung notfalls bereit, auf die Zustimmung des Parlaments zu verzichten und die Pläne per Dekret durchzusetzen. "Die Situation ist alarmierend, um nicht zu sagen unhaltbar", sagte Ministerpräsident Edouard Philippe. Die Schuldenlast bei der SNCF beläuft sich auf 45 Milliarden Euro.

Die Gewerkschaften haben bereits angedroht, ab März gegen die Bahn-Reform zu protestieren. Die Bahn-Reform gilt als eine der konfliktreichsten der Macron-Regierung. Im vergangenen Herbst hatte der Präsident bereits die Arbeitsrechtsnovelle per Verordnung durchgesetzt. In diesem Jahr hat er zudem eine Neuordnung der Arbeitslosenversicherung und des Bildungssystems in Angriff genommen.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 26. Februar 2018 um 14:00 Uhr.

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