Ein Pärchen macht ein Selfie mit Mundschutz auf einem Platz bei Smog in Peking. | Bildquelle: dpa

Öffentliches Leben liegt lahm Höchste Smog-Warnstufe "Rot" in Peking

Stand: 19.12.2015 13:29 Uhr

Zum zweiten Mal in diesem Monat ist in der chinesischen Hauptstadt Peking Alarmstufe "Rot" verhängt worden. Bis Dienstag bleiben Schulen und Kindergärten geschlossen. Der Autoverkehr wurde stark eingeschränkt.

In Peking ist zum zweiten Mal die höchste Smog-Alarmstufe "Rot" in Kraft getreten. Seit 7.00 Uhr gelten auf den Straßen der chinesischen Hauptstadt Fahrverbote. Bis Dienstag dürfen Autos je nach Nummernschild nur noch abwechselnd an geraden und ungeraden Tagen fahren. Auch einige Fabriken am Stadtrand sollen laut Behördenangaben die Produktion eingestellt haben. Schulen und Kindergärten bleiben ebenfalls bis Dienstag geschlossen.

Die chinesische Hauptstadt hatte den zweiten roten Alarm binnen zwei Wochen am Freitag angekündigt und die mehr als 20 Millionen Bewohner vor starker Luftverschmutzung in den kommenden Tagen gewarnt. Weil laut Wetteramt nahezu Windstille herrscht, wird die Schadstoffbelastung stetig zunehmen und am Dienstag ihren Höhepunkt erreichen. "Zum Glück fällt der Alarm dieses Mal zum Teil aufs Wochenende. Am Montag werde ich aber wohl mit der U-Bahn zur Arbeit fahren müssen", sagte der Pekinger He Jiachang.

Der Blick auf die verbotene Stadt in Peking. | Bildquelle: AFP
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Der Blick auf die verbotene Stadt in Peking.

In sozialen Netzwerken fragten besorgte Eltern, wer sich um ihre Kinder kümmern soll, wenn Schulen und Kindergärten geschlossen bleiben. Peking hatte die höchste Smog-Warnstufe erstmals am 7. Dezember ausgerufen, als der Index für gefährliche Feinstaubbelastung einen Wert von 300 weit überstieg.

Obwohl Peking schon seit mehr als zwei Jahren über ein mehrstufiges Smog-Warnsystem verfügt und in dieser Zeit noch weitaus schlimmeren Smog als jetzt erlebte, hatten die Behörden zuvor stets vor einem roten Alarm zurückgeschreckt.

China will Abhängigkeit von Kohle reduzieren

Gründe für die schlechte Luft in großen Teilen Chinas sind Kohlekraftwerke, Fabriken und dichter Autoverkehr in den Großstädten. Um den Smog landesweit unter Kontrolle zu bringen, will China seine Abhängigkeit von der Kohle reduzieren. Neben erneuerbaren Energien soll auch die Atomkraft massiv ausgebaut werden. 80 neue Atomkraftwerke sollen allein in den nächsten 15 Jahren gebaut werden.  

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 19. Dezember 2015 um 12:00 Uhr.

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