Krise im Euroland Regierung in Slowenien vor dem Aus

Stand: 26.04.2014 08:52 Uhr

Die Regierung im Euroland Slowenien steht vor dem Aus, weil Regierungschefin Alenka Bratusek den Vorsitz in der größten Koalitionspartei "Positives Slowenien" (PS) verloren hat. Bei einem Sonderkongress bei der Stadt Kranj hätten 422 von 760 Parteimitgliedern für ihre Ablösung gestimmt, teilte die PS mit. Zum neuen Vorsitzenden wurde Parteigründer Zoran Jankovic gewählt.

Die slowenische Regierungschefin Bratusek verlässt die Bühne. Ihr parteiinterner Rivale Jankovic übernimmt den Vorsitz der größten Koalitionspartei. (Bildquelle: REUTERS)
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Die slowenische Regierungschefin Bratusek verlässt die Bühne. Ihr parteiinterner Rivale Jankovic übernimmt den Vorsitz der größten Koalitionspartei.

Vor der Abstimmung hatte die 44-Jährige für den Fall ihrer Niederlage mit ihrem Rücktritt als Regierungschefin gedroht. Doch eingereicht hat sie ihren Rücktritt bislang nicht. Auch ihre Bündnispartner hatten gedroht, die Regierung zu verlassen, sollte Jankovic an die Spitze der größten Koalitionspartei zurückkehren.

Unter dem charismatischen Millionär hatte die PS bei den Parlamentswahlen im Dezember 2011 überraschend gesiegt, doch gelang es ihm nicht, eine Koalition zu bilden. Nach Korruptionsvorwürfen legte Jankovic Anfang 2013 den Parteivorsitz nieder.

Ministerpräsidentin verliert Kampfabstimmung - Slowenien droht Regierungskrise
R. Waldmüller, ARD Südosteuropa
26.04.2014 08:22 Uhr

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Striktes Spar- und Reformprogramm

Die ehemalige jugoslawische Teilrepublik wurde von der weltweiten Finanzkrise 2008 und der anschließenden Krise in der Eurozone besonders schwer getroffen. Monatelang galt Slowenien aufgrund seines maroden Bankensektors als nächster Kandidat für eine Flucht unter den Euro-Rettungsschirm. Mit Hilfe von Privatisierungen, einem strikten Spar- und Reformprogramm sowie eigenen Finanzspritzen für die wankenden Institute konnte Bratusek diesen Schritt und die damit verbundenen strengen Auflagen aus Brüssel jedoch vermeiden.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 26. April 2014 um 12:00 Uhr.

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