Flüchtlinge zwischen Mazedonien und Serbien | Bildquelle: AP

Flüchtlingsroute über den Balkan Slowenien und Serbien machen dicht

Stand: 09.03.2016 03:18 Uhr

Die Flüchtlingsroute über den Balkan schließt sich weiter: Slowenien und Serbien wollen künftig nur noch Migranten einreisen lassen, die gültige Visa besitzen. Das kündigten die Regierungen in einer Mitteilung an. Die Regelung gilt ab Mitternacht.

Mehr als eine Million Menschen sind im vergangenen Jahr über die Balkanroute nach Westeuropa gelangt. Nun kündigten Slowenien und Serbien an, ihre Grenzen für Flüchtlinge zu schließen.

Serbien wolle wieder streng die Schengenregeln anwenden und nur noch Menschen mit gültigen Pässen und Visa einreisen lassen. Diese Regelung gelte ab Mitternacht, teilte das serbische Innenministerium mit.

Lage der Flüchtlinge im griechischen Idomeni
tagesthemen 22:15 Uhr, 08.03.2016

Download der Videodatei

Wir bieten dieses Video in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Videodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

"Damit wird die Balkanroute praktisch geschlossen"

Serbien als südlicher Anrainer reagierte in gleicher Weise. Es werde die neuen Regelungen ebenso an seiner Grenze zu Mazedonien und Bulgarien anwenden, teilte das serbische Innenministerium mit. "Damit wird die Balkanroute praktisch geschlossen", zitierten serbische Medien eine entsprechende Erklärung des Ministeriums. Auch Kroatien, das zwischen Slowenien und Serbien liegt, werde in dieser Weise reagieren. Slowenien wolle in Zukunft pro Monat 40 bis 50 Menschen Asyl gewähren, zitierte das nationale slowenische Radio Regierungschef Miro Cerar.

Bisher waren die Menschen auf der Balkanroute von einem an den nächsten Staat weitergereicht worden, weil sie nach Österreich und vor allem nach Deutschland wollten.

Baltikum fürchtet Alternativroute zu werden

Aus Sorge davor, dass Flüchtlinge und Migranten nun das Baltikum als Eingang in die EU nutzen könnten, schotten sich auch Estland, Lettland und Litauen stärker ab. Die drei Länder an der Ostsee haben begonnen, Grenzzäune zu errichten und die Personenkontrollen an den Übergangsstellen zu verschärfen. Estland installierte Überwachungstechnik wie sie bereits an der Grenze zwischen Litauen und Weißrussland in Betrieb ist. Sie soll dazu dienen, sowohl Schmuggel als auch illegale Einwanderung zu unterbinden.

Lettland und Estland ziehen insbesondere an der Grenze zu Russland Zäune hoch. Die Länder misstrauen der Föderation, die jederzeit Tausende Flüchtlinge durchlassen könnte. Denn im vergangenen Jahr kamen rund 6000 Asylbewerber über Russland nach Finnland und Norwegen.

Darstellung: