Zeitungen in der Slowakei berichten über die Ermordung des Enthüllungsjournalisten Jan Kuciak und seiner Verlobten. | Bildquelle: dpa

Slowakischer Journalist Mord vor Veröffentlichung

Stand: 28.02.2018 12:13 Uhr

Zeitungen in der Slowakei haben einen Text des ermordeten Journalisten Kuciak veröffentlicht. Wurde er getötet, weil er Verbindungen der Mafia in die Politik aufgedeckt hatte?

Von Kilian Kirchgeßner, ARD-Studio Prag

Auf die organisierte Kriminalität deuteten die Spuren von Anfang an. Schon als die Polizei die Leichen des Investigativjournalisten Jan Kuciak und seiner Verlobten gefunden hatte, verkündete sie, dass alles auf einen professionellen Mörder hindeute. Am Tatort sollen Patronen verstreut gewesen sein - in Mafiakreisen ein übliches Zeichen zur Abschreckung.

Ein Konterfei des ermordeten Investigativjournalisten Jan Kuciak steht vor den Räumen der Aktuality Redaktion. | Bildquelle: dpa
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Hinter dem Mord an Jan Kuciak könnte nach Medienberichten ein Netzwerk der italienischen Mafia stecken.

Jetzt hat sich bestätigt, dass der ermordete Reporter über die Verstrickungen der italienischen Mafia in höchste Kreise der slowakischen Politik recherchiert hat.

Mutmaßlicher Steuerbetrug

Mehrere Zeitungen veröffentlichten in Bratislava den unvollständigen Text, an dem Kuciak zum Zeitpunkt seines Todes geschrieben hatte. Es geht darin um mutmaßlichen Steuerbetrug und um Betrug mit EU-Subventionen in der Ostslowakei, hinter denen offenbar Italiener mit Verbindung zur Mafia stecken.

Die slowakische Polizei bestätigte, mit italienischen Behörden zusammenzuarbeiten. Man ermittle aber weiterhin in alle Richtungen. Eine Journalistin im Nachbarland Tschechien, mit der Kuciak über anderthalb Jahre hinweg an der Recherche zusammenarbeitet hatte, steht inzwischen unter Polizeischutz.

Mögliche Mafia-Verwicklung bei Mord an slowakischem Journalisten
tagesschau 20:00 Uhr, 28.02.2018, Jürgen Osterhage, ARD Prag

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Auch die EU-Kommission kündigte Nachforschungen in dem Fall an. "Wir schauen uns den Fall jetzt genau an", sagte Haushaltskommissar Günther Oettinger der "Welt". "Wir werden in ein paar Wochen Klarheit über die Finanzströme und einen möglichen Missbrauch haben." Oettinger hält es nach eigenen Worten für möglich, dass in dem Fall Zahlungen an Landwirte oder Agrarunternehmen für kriminelle Zwecke missbraucht worden sind.

Ermittlungen im Fall Kuciak dauern an
Kilian Kirchgeßner, ARD Prag
28.02.2018 12:46 Uhr

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Über dieses Thema berichtete B5 aktuell am 28. Februar 2018 um 12:05 Uhr.

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