Sergej Lawrow  | Bildquelle: MARTIAL TREZZINI/EPA-EFE/REX/Shu

Skripal-Attentat Weist auch Russland Diplomaten aus?

Stand: 15.03.2018 14:33 Uhr

Angesichts der Ausweisung von Diplomaten aus Großbritannien hat Russland angekündigt, schnell auf die Sanktionen zu reagieren. Deutschland, Frankreich und die USA stellten sich hinter die britische Regierung.

Der russische Außenminister Sergej Lawrow hat angedeutet, dass bald britische Diplomaten des Landes verwiesen werden. Das meldet die Nachrichtenagentur RIA. Details nannte Lawrow nicht, weil zunächst die Regierung in London informiert werden solle.

Das Außenministerium und andere Behörden schlügen Schritte vor; die endgültige Entscheidung werde dann Präsident Wladimir Putin treffen, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow. Die Regierung in Moskau weist eine Verstrickung in den Anschlag auf den Ex-Doppelagenten zurück.

Die Regierung in London hatte gestern wegen des Attentats auf Sergej Skripal und dessen Tochter Julia Strafmaßnahmen gegen Russland verhängt und unter anderem 23 russische Diplomaten ausgewiesen. Es soll sich um russische Geheimdienstmitarbeiter handeln.

Russland will britische Diplomaten ausweisen
tagesschau 12:00 Uhr, 15.03.2018

Download der Videodatei

Wir bieten dieses Video in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Videodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Video einbetten

Nutzungsbedingungen Embedding Tagesschau: Durch Anklicken des Punktes „Einverstanden“ erkennt der Nutzer die vorliegenden AGB an. Damit wird dem Nutzer die Möglichkeit eingeräumt, unentgeltlich und nicht-exklusiv die Nutzung des tagesschau.de Video Players zum Embedding im eigenen Angebot. Der Nutzer erkennt ausdrücklich die freie redaktionelle Verantwortung für die bereitgestellten Inhalte der Tagesschau an und wird diese daher unverändert und in voller Länge nur im Rahmen der beantragten Nutzung verwenden. Der Nutzer darf insbesondere das Logo des NDR und der Tageschau im NDR Video Player nicht verändern. Darüber hinaus bedarf die Nutzung von Logos, Marken oder sonstigen Zeichen des NDR der vorherigen Zustimmung durch den NDR.
Der Nutzer garantiert, dass das überlassene Angebot werbefrei abgespielt bzw. dargestellt wird. Sofern der Nutzer Werbung im Umfeld des Videoplayers im eigenen Online-Auftritt präsentiert, ist diese so zu gestalten, dass zwischen dem NDR Video Player und den Werbeaussagen inhaltlich weder unmittelbar noch mittelbar ein Bezug hergestellt werden kann. Insbesondere ist es nicht gestattet, das überlassene Programmangebot durch Werbung zu unterbrechen oder sonstige online-typische Werbeformen zu verwenden, etwa durch Pre-Roll- oder Post-Roll-Darstellungen, Splitscreen oder Overlay. Der Video Player wird durch den Nutzer unverschlüsselt verfügbar gemacht. Der Nutzer wird von Dritten kein Entgelt für die Nutzung des NDR Video Players erheben. Vom Nutzer eingesetzte Digital Rights Managementsysteme dürfen nicht angewendet werden. Der Nutzer ist für die Einbindung der Inhalte der Tagesschau in seinem Online-Auftritt selbst verantwortlich.
Der Nutzer wird die eventuell notwendigen Rechte von den Verwertungsgesellschaften direkt lizenzieren und stellt den NDR von einer eventuellen Inanspruchnahme durch die Verwertungsgesellschaften bezüglich der Zugänglichmachung im Rahmen des Online-Auftritts frei oder wird dem NDR eventuell entstehende Kosten erstatten
Das Recht zur Widerrufung dieser Nutzungserlaubnis liegt insbesondere dann vor, wenn der Nutzer gegen die Vorgaben dieser AGB verstößt. Unabhängig davon endet die Nutzungsbefugnis für ein Video, wenn es der NDR aus rechtlichen (insbesondere urheber-, medien- oder presserechtlichen) Gründen nicht weiter zur Verbreitung bringen kann. In diesen Fällen wird der NDR das Angebot ohne Vorankündigung offline stellen. Dem Nutzer ist die Nutzung des entsprechenden Angebotes ab diesem Zeitpunkt untersagt. Der NDR kann die vorliegenden AGB nach Vorankündigung jederzeit ändern. Sie werden Bestandteil der Nutzungsbefugnis, wenn der Nutzer den geänderten AGB zustimmt.

Einverstanden

Zum einbetten einfach den HTML-Code kopieren und auf ihrer Seite einfügen.

Paris, Berlin und Washington an der Seite Londons

Deutschland, Frankreich und die USA stellten sich hinter Großbritannien und forderten Aufklärung von Moskau. "Es handelt sich um einen Übergriff gegen die Souveränität des Vereinigten Königreichs", betonten die Staats- und Regierungschefs aller vier Länder in einer gemeinsamen Erklärung. "Ein solches Vorgehen verletzt eindeutig die Bestimmungen des Chemiewaffenübereinkommens und das Völkerrecht. Es bedroht unser aller Sicherheit."

Sie forderten Russland auf, "zu allen Fragen Stellung zu nehmen", die mit dem Anschlag verbunden seien. Moskau trage mit "hoher Wahrscheinlichkeit die Verantwortung", es gebe "keine plausible alternative Erklärung".

Johnson droht reichen Russen

Die britische Regierung drohte wohlhabenden Russen mit Verbindungen zu Putin mit Konsequenzen in Großbritannien. Außenminister Boris Johnson sagte, die Behörden könnten von solchen Personen Auskunft über die Herkunft ihres Vermögens verlangen. Gegebenenfalls würden diese dann wegen Korruption zur Rechenschaft gezogen, betonte Johnson im BBC-Fernsehen.

"Leugnen und gleichzeitig rühmen"

Der Anschlag im englischen Salisbury ist nach Ansicht des britischen Außenministers als eine Warnung an russische Agenten gedacht gewesen. Russland habe damit klarmachen wollen, dass es sich an denjenigen rächen werde, die mit dem Gedanken spielten, sich dem russischen Staat zu widersetzen, sagte er der BBC.

Auch in der "selbstgefälligen, sarkastischen Reaktion" aus Moskau nach dem Anschlag auf Skripal und seine Tochter sei eine Botschaft versteckt, sagte Johnson. Die russische Führung wolle den Angriff leugnen und sich damit gleichzeitig rühmen.

Neues Zentrum gegen Chemiewaffen

Das britische Verteidigungsministerium kündigte an, ein hochmodernes Zentrum zur Verteidigung gegen Chemiewaffen zu errichten. Hierfür werden 48 Millionen Pfund (umgerechnet rund 54 Millionen Euro) bereitgestellt. Das neue Zentrum soll auf dem Forschungsgelände Porton Down in der südenglischen Grafschaft Wiltshire entstehen. Dort wird auch zu Chemie- und Biowaffen geforscht.

Es ist nicht klar, ob die Pläne in direktem Zusammenhang mit dem Giftanschlag in Salisbury stehen, oder ob die Planungen früher begannen.

Die Forschungseinrichtung Porton Down in der südenglischen Grafschaft Wiltshire | Bildquelle: REUTERS
galerie

In die von außen unscheinbare Forschungseinrichtung Porton Down sollen mehr als 50 Millionen Euro investiert werden.

Nach Diplomaten-Ausweisung: Russland arbeitet an Vergeltungsmaßnahmen
Sabine Stöhr, ARD Moskau
15.03.2018 15:03 Uhr

Download der Audiodatei

Wir bieten dieses Audio in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Audiodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 15. März 2018 um 11:00 Uhr.

Darstellung: