Soldaten in Schutzanzügen, die an den Ermittlungen zur Vergiftung des Ex-Doppelagenten Skripal und dessen Tochter mitarbeiten. | Bildquelle: dpa

Vergifteter Ex-Agent Skripal Vorwürfe, Anschuldigungen, Abweisungen

Stand: 06.04.2018 22:24 Uhr

Erneut haben sich Großbritannien und Russland Vorwürfe im Fall Skripal gemacht. Moskau forderte Fakten zu den formulierten Anschuldigungen. London lehnte die Einreise einer Nichte des vergifteten Ex-Agenten ab.

Russlands Außenminister Sergej Lawrow hat Großbritannien aufgefordert, im Fall Skripal Beweise vorzulegen und alle Fakten "ehrlich und offen" auf den Tisch zu legen. London und dessen westliche Verbündete lägen falsch, wenn sie erwarteten, dass Russland Taten gestehe, die es nicht begangen habe, sagte Lawrow in Weißrussland.

Zuvor hatten sich Großbritannien und Russland über drei Haustiere gezankt. Die britische Umweltbehörde teilte mit, in Skripals Haus seien zwei tote Meerschweinchen und eine verstörte Katze gefunden worden. Ein Tierarzt habe entschieden, "das Tier einzuschläfern, um sein Leid zu lindern". Die russische Außenamtssprecherin Maria Sacharowa warf die Frage auf, warum die drei Tiere eingeäschert worden seien. Sie seien wichtige Beweismittel, schrieb Sacharowa auf Facebook.

Skripal und seine Tochter Julia wurden am 4. März im englischen Salisbury bewusstlos auf einer Parkbank gefunden. Nach britischen Angaben waren sie einem Nervengift ausgesetzt. London weist die Verantwortung dafür Russland zu, was Moskau vehement bestreitet.

Russlands Außenminister Sergej Lawrow | Bildquelle: SERGEI CHIRIKOV/EPA-EFE/REX/Shut
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Russlands Außenminister Sergej Lawrow. London und dessen westliche Verbündete lägen falsch, wenn sie erwarteten, dass Russland die Tat gestehe, sagte er.

Skripals Nichte das Visum verweigert

Großbritannien verweigerte nun einer in Russland lebenden Nichte Skripals das Visum für eine Einreise. Viktoria Skripals Antrag habe "nicht den Einwanderungsregeln entsprochen", teilte das Innenministerium in London zur Begründung mit. Einzelheiten nannte die Behörde nicht.

Viktoria Skripal berichtete der Nachrichtenagentur AP, ihr sei gesagt worden, sie solle Freitagnachmittag zur britischen Botschaft in Moskau kommen, doch die Botschaft habe den Termin per E-Mail abgesagt. Moskau verlangte eine Erklärung zu dem Vorfall. Das meldete die russische Nachrichtenagentur RIA Novosti unter Berufung auf die Außenamtssprecherin Sacharowa.

Möglicher Anruf von Tochter des Ex-Agenten

Das russische Staatsfernsehen hatte am Donnerstag den Mitschnitt eines Telefonats veröffentlicht, in dem eine Frau - angeblich Julia Skripal - ihrer Cousine Viktoria sagt, auch ihrem Vater gehe es besser. Seine Gesundheit sei nicht irreparabel angegriffen worden, so die Frau in der Aufnahme. Viktoria Skripal sagte der Nachrichtenagentur AP, sie sei sicher, dass es sich bei der Anruferin tatsächlich um ihre Cousine Julia gehandelt habe.

Seither habe Viktoria nichts mehr von ihr gehört. Sie habe den Anruf über eine App aufgenommen, die sie dienstlich nutze.

Fall Skripal: Vassili Golod, ARD Moskau, zur Position Russlands
tagesschau 24 14:30 Uhr, 06.04.2018

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Zustand nicht mehr kritisch

Einen Monat nach dem Giftanschlag auf den russischen Ex-Spion in Großbritannien geht es Sergej Skripal nach Klinikangaben mittlerweile besser. Sein Zustand sei nicht mehr kritisch, er spreche gut auf seine Behandlung an, teilte die medizinische Direktorin des Bezirkskrankenhauses von Salisbury, Christine Blanshard, mit. Der Gesundheitszustand des 66-Jährigen bessere sich rasch.

Der Zustand der 33-jährigen Julia Skripal ist laut Blanshard stabil, sie sei seit vergangener Woche bei Bewusstsein. Spekulationen über ein Entlassungsdatum seien aber verfrüht.

Seit dem Giftanschlag hatten sich die diplomatischen Spannungen verschärft. Großbritannien und zwei Dutzend Verbündete des Westens wiesen insgesamt mehr als 150 russische Diplomaten aus, Russland reagierte entsprechend.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 06. April 2018 um 14:30 Uhr.

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