Ägyptens Präsident Al-Sisi zu Besuch beim britischen Premier Cameron | Bildquelle: REUTERS

Flugzeugsabsturz in Ägypten Cameron und al-Sisi beraten Konsequenzen

Stand: 05.11.2015 19:40 Uhr

Großbritannien hatte nach dem Flugzeugabsturz in Ägypten am schnellsten reagiert und kurzfristig die Flüge nach Sharm El-Sheikh ausgesetzt. Der Zufall wollte es, dass ausgerechnet heute der ägyptische Präsident al-Sisi bei Premier Cameron zu Besuch war.

Die britischen Maschinen bleiben in Sharm el-Sheikh erst einmal am Boden - bis zu 20.000 britische Touristen sind damit weiter im Unklaren, wann sie in ihre Heimat zurückkehren können. Premierminister David Cameron teilte nach einer weiteren Sitzung des Sicherheitskabinetts mit, er müsse die Sicherheit der Fluggäste an die erste Stelle setzen.

Es sei zwar nicht erwiesen, aber zunehmend wahrscheinlich, dass das russische Charter-Flugzeug durch eine Bombe an Bord zum Absturz gebracht worden sei, so Cameron. "Wir handeln auf der Grundlage der Erkenntnisse, die wir haben, und dem Rat unserer Sicherheitsexperten. Es ist richtig, dass wir die Flüge solange aussetzen, bis wir unsere Leute sicher nach Hause bringen können."

Zu der Bewertung habe auch das Bekennerschreiben des sogenannten "Islamischen Staates" beigetragen, erklärte Außenminister Philip Hammond.

Britische Experten überprüfen Flughafen in Sharm El-Sheikh

Britische Experten sind vor Ort, um dort zusammen mit den ägyptischen Kollegen den Flughafen Sharm El-Sheikh so sicher zu machen, dass von dort wieder ohne Gefahr für die Passagiere gestartet werden könne. Zusätzliche Maßnahmen sollen ausschließen, dass weder Passagiere noch Flughafenmitarbeiter eine Bombe in den Maschinen platzieren können.

Verkehrsminister Patrick McLoughlin machte im Unterhaus in London den britischen Touristen Hoffnung. Zwar würden derzeit keine Maschinen mehr von und nach Sharm el-Sheikh fliegen, aber voraussichtlich morgen könne der Flugbetrieb wieder aufgenommen werden.

Ägypten befürchtet Einbruch des Tourismus

Aus Ägypten hieß es, der Flugstopp der Briten sei voreilig. Dort befürchtet man jetzt einen weiteren Einbruch des Tourismus. Cameron zeigte Verständnis für diese Haltung. "Der Tourismus ist entscheidend für die ägyptische Wirtschaft. Deshalb werden wir die Flüge so schnell wie möglich wieder aufnehmen, wenn die Sicherheit gewährleistet ist."

Das versicherte Cameron auch dem ägyptischen Präsidenten Abdel Fattah al-Sisi, mit dem er in London zusammengekommen war. Der Besuch war lange geplant, jetzt erhielt er durch die aktuellen Ereignisse zusätzliche Brisanz. Al-Sisi sagte nach dem Treffen, seine Regierung kooperiere bereits seit einiger Zeit mit den britischen Experten, um die Sicherheit der ägyptischen Flughäfen zu verbessern.

Al-Sisi optimistisch

"Wir sind uns darin einig, dass das keinen dauerhaften negativen Einfluss auf den Tourismus haben darf", so al-Sisi. Sein Land freue sich darauf, bald wieder weitere Touristen in Ägypten begrüßen zu können.

In Kairo hatte Ägyptens Luftfahrtminister zuvor erklärt, bei der Untersuchung der Wrackteile seien bisher keine Hinweise auf eine Explosion an Bord aufgetaucht. Außerdem entsprächen die Sicherheitsvorkehrungen am Flughafen Sharm El-Sheikh den internationalen Standards.

Großbritannien setzt kurzfristig die Flüge nach Sharm El-Sheikh aus
J.-P. Marquardt, ARD London
05.11.2015 18:33 Uhr

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