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21.11.2009

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Deutschland steigert Waffenverkäufe um 70 Prozent

Schwedische Friedensforscher legen Bericht vor

Deutschland steigert Waffenverkäufe um 70 Prozent

Deutscher Panzer vom Typ Leopard bei einer Militärparade in der Türkei (2000) (Foto: picture-alliance/ dpa) Großansicht des Bildes [Bildunterschrift: Deutscher "Leopard"-Panzer bei einer Militärparade in Ankara (Archivbild aus dem Jahr 2000) ]
Die deutschen Rüstungsexporte sind nach Berechnungen des unabhängigen schwedischen Friedensforschungsinstitutes SIPRI in den vergangenen fünf Jahren um 70 Prozent gestiegen. Deutschland baute seinen Weltmarktanteil am Waffenhandel im letzten Fünfjahres-Zeitraum demnach von sieben auf zehn Prozent aus. Mehr konventionelle Rüstungsgüter führten nur die USA mit einem Anteil von 31 Prozent und Russland mit 25 Prozent aus, teilte das "Stockholm International Peace Research Institute" mit.

Insbesondere die deutschen Ausfuhren an europäische Abnehmer stiegen rasant an: Im Vergleich zum Fünfjahres-Zeitraum von 1998 bis 2003 nahmen sie um 123 Prozent zu. Rund 13 Prozent der Exporte machten dabei Geschäfte mit Griechenland aus, das Leopard-2-Kampfpanzer und U-Boote des Typs 214 erhielt. Die selben Produkte wurden auch an den NATO-Partner Türkei geliefert. Zusammen importierten beide Staaten fast ein Drittel der deutschen Rüstungsausfuhren.

SIPRI vermutet keine "spezielle Strategie"

Taufe des griechischen U-Boots "Papanikolis" in Kiel (Archivbild 2004) (Foto: picture-alliance/ dpa) Großansicht des Bildes [Bildunterschrift: Moderne konventionelle U-Boote sind derzeit besonders gefragt: Ein Typ-214-Boot wird in Kiel getauft, bevor es der griechischen Marine übergeben wird. (Archiv) ]
Hinter dem deutlichen Anstieg der deutschen Exporte vermutet SIPRI-Experte Mark Bromley allerdings keine "spezielle Strategie". Vielmehr seien moderne konventionelle U-Boote derzeit besonders gefragt. Da gehöre Deutschland zu den wenigen Lieferstaaten. Auch Portugal und Südkorea haben bereits mehrerer U-Boote bestellt.

Den Gesamtwert der deutschen Rüstungsexporte in den letzten fünf Jahren bezifferte SIPRI auf 8,7 Milliarden Euro. Dieser Wert übersteigt die offiziellen Angaben der Bundesregierung, da das schwedische Institut auch den Handel mit gebrauchter Ausrüstung sowie andere Formen der Militärhilfe mit einrechnet.

Stockholm International Peace Research Institute (SIPRI): Anlässlich einer 150-jährigen Friedensperiode in Schweden wurde 1966 die Forschungseinrichtung SIPRI gegründet. Diese widmet sich seitdem der Friedens- und Konfliktforschung mit den Schwerpunkten Abrüstung und Rüstungskontrolle. Einen Großteil der Finanzierung übernimmt der schwedische Staat. Seit 1969 veröffentlicht SIPRI mit seinem international besetzten Mitarbeiterstab Forschungsberichte.
Stand: 27.04.2009 12:06 Uhr
 

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