Sipri: Waffenverkäufe steigen weiter - aber langsamer

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Rüstungskonzerne im Aufwärtstrend

Waffenverkäufe steigen weiter - aber langsamer

Die Wirtschaft kriselt, doch die weltweit führenden Rüstungskonzerne konnten ihr Geschäft trotzdem weiter ausbauen. Allerdings habe sich der Aufwärtstrend im vergleich zu den vergangenen Jahren verlangsamt, meldet das Stockholmer Friedensforschungsinstitut Sipri (Stockholm International Peace Research Institute) in seinem neuen Bericht.

Demnach verzeichneten die Unternehmen 2010 ein Umsatzplus von einem Prozent und kamen auf rund 411,1 Milliarden Dollar (knapp 305,5 Milliarden Euro). 2009 hatten die 100 größten Hersteller von Militärerzeugnissen ein Umsatzplus von acht Prozent und waren auf 401 Mrd. Dollar gekommen.

Rheinmetal in Düsseldorf - stärkstes deutschen Unternehmen

Stärkstes deutsches Unternehmen war wieder Rheinmetall. Mit Rüstungsverkäufen im Wert von knapp 2,7 Milliarden Dollar belegte der Rüstungskonzern und Autozulieferer mit Sitz in Düsseldorf Platz 31 in der Sipri-Liste. Der Anteil von militärischen Produkten am gesamten Umsatz betrug bei dem Unternehmen demnach 50 Prozent.

Das europäische Gemeinschaftsunternehmen EADS landete mit Waffenverkäufen im Wert von 16,4 Milliarden Dollar wieder auf Rang sieben, der Rüstungsanteil betrug 27 Prozent. Weitere deutsche Unternehmen unter den Top-100 waren unter anderem ThyssenKrupp (Platz 56) und Diehl (Platz 63).

Weltweit an der Spitze steht laut Sipri nach wie vor das US-Unternehmen Lockheed Martin mit Verkäufen im Wert von rund 35,7 Milliarden Dollar. Der britische Konzern BAE Systems (32,9 Mrd. Dollar) und das US-Unternehmen Boeing (31,4 Mrd. Dollar) folgen an zweiter und dritter Stelle. Den Löwenanteil des Geschäfts machen die zehn größten Konzerne unter sich aus.

Allein 44 Unternehmen aus den USA gelistet

Dominiert wurde der Waffenhandel 2010 von Konzernen in den USA und in Westeuropa. Allein 44 Unternehmen auf der Sipri-Liste sind in den USA angesiedelt. Auf sie entfallen mehr als 60 Prozent aller Einnahmen aus Waffenverkäufen. 30 Unternehmen kommen aus Westeuropa. Acht Konzerne haben ihren Sitz in Russland.

China wurde in der Top-100-Liste von Sipri nicht berücksichtigt, da es an den nötigen Daten mangelte. Gleiches gelte auch für die Ukraine, Kasachstan und einige andere Länder.

Ein stabiles Geschäft

Einen kräftigen Aufwärtstrend hatte das Rüstungsgeschäft nach den Terroranschlägen in den USA vom 11. September 2001 erlebt. Seit 2002 steigerten die 100 führenden Rüstungskonzerne weltweit ihre Umsätze um 60 Prozent, wie das Institut in Stockholm weiter mitteilte.

2010 blieben die Verkäufe nach Angaben der Sipri-Waffenexpertin Susan Jackson vor allem deshalb stabil, weil es sich in diesem Industriezweig um langfristige Produktionsabläufe handelt. Auch bei den Käufern - hauptsächlich Regierungen - sowie bei den Zulieferern ändere sich nur wenig.

Stockholm International Peace Research Institute (SIPRI)

Anlässlich einer 150-jährigen Friedensperiode in Schweden wurde 1966 die Forschungseinrichtung SIPRI gegründet. Diese widmet sich seitdem der Friedens- und Konfliktforschung mit den Schwerpunkten Abrüstung und Rüstungskontrolle. Einen Großteil der Finanzierung übernimmt der schwedische Staat. Seit 1969 veröffentlicht SIPRI mit seinem international besetzten Mitarbeiterstab Forschungsberichte.

Stand: 27.02.2012 10:46 Uhr

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