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Bundeskanzlerin Merkel mit US-Präsident Obama und dem Premierminister von Singapur, Lee Hsien Loong.

Debatte um Kanzlergehalt

Singapurs Premier verdient am meisten

Ist das aktuelle Gehalt der Bundeskanzlerin zu niedrig? Mancher meint, ja. In Singapur hingegen wurden erst kürzlich die Gehälter der Regierungsmitglieder um ein Drittel gekürzt. Trotzdem bleibt Premier Lee der Bestverdiener unter den Staats- und Regierungschefs - deutlich vor Merkel oder US-Präsident Obama.

Von Bernd Musch-Borowska, ARD-Hörfunkstudio Singapur

Mit einem Jahresgehalt von 2,2 Millionen Singapur-Dollar ist der Premierminister des südostasiatischen Stadtstaates der höchstbezahlte Regierungschef der Welt. Nach dem derzeitigen Umrechnungskurs entspricht das knapp 1,4 Millionen Euro. Amtsinhaber Lee Hsien Long verdient damit sogar mehr als US-Präsident Barack Obama, der Medienberichten zufolge 400.000 US-Dollar pro Jahr erhält, steuerfrei plus Zulagen, also etwa 300.000 Euro. Und auf jeden Fall mehr als die Bundeskanzlerin, die bei rund 17.000 Euro im Monat auf ein Jahresgehalt von 200.000 Euro kommt.

Dabei hat die singapurische Regierung Anfang des Jahres die Gehälter der Kabinettsmitglieder um 36 Prozent gekürzt, nachdem die Regierungspartei bei den letzten Wahlen eine schwere Schlappe einstecken musste. Die Minister erhalten seitdem noch rund 1,1 Millionen Singapur-Dollar, umgerechnet 680.000 Euro, mehr als das Dreifache des Kanzlergehalts in Deutschland.

Hoffnung auf geringe Korruptionsanfälligkeit

Singapurs Premierminister Lee Hsien Hong
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Verdient mehr als Merkel und Obama zusammen: Singapurs Premierminister Lee Hsien Hong

Begründet werden die vergleichsweise hohen Gehälter der Regierungsmitglieder in Singapur unter anderem damit, dass bei attraktiver Bezahlung die Korruptionsanfälligkeit von Politikern geringer sei. Wer gut verdiene, könne der Versuchung von Bestechungsangeboten besser widerstehen.

Außerdem müsse man mit den hohen Gehältern in der Privatwirtschaft mithalten, wenn man Top-Manager und Anwälte als Experten in die Politik holen wolle, sagte Premierminister Lee bei der Parlamentsdebatte über die Ministergehälter im Januar 2012: "Hier geht es nicht nur um die Höhe der Ministergehälter sondern es geht um die Zukunft von Singapur. Es geht darum, dass Singapur immer die besten Leute in der Regierung hat, die in der Lage sind, auch in Krisensituationen die richtigen Entscheidungen zu treffen. Nur wenn wir das sicherstellen, können wir das bisher Erreichte aufrecht erhalten und ein besseres Leben für alle Singapurer gewährleisten."

Singapurs Premierminister höchstbezahlter Regierungschef der Welt
B. Musch-Borowska, ARD Singapur
30.12.2012 11:25 Uhr

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"Wir brauchen die beste politische Führung"

Singapur könne es sich nicht leisten, nur mittelmäßige Politiker in Regierungspositionen zu haben, sagte Lee weiter, denn Singapur müsse besser als alle anderen sein, um als kleiner Stadtstaat überleben zu können: "Wir brauchen die beste politische Führung, denn wir sind anders als andere Länder. Wenn wir wirtschaftliche Probleme bekommen, hilft uns niemand. Wir haben nicht das Glück, das Griechenland oder Portugal haben, die von der Europäischen Union gerettet werden. Wir sind auf uns selbst gestellt."

Auch der Präsident von Singapur, der keine politische, sondern nur eine repräsentative Funktion hat, gehört zu den Topverdienern unter seinen Amtskollegen. Knapp 1,6 Millionen Singapur-Dollar, umgerechnet eine Million Euro - und das nach der Gehaltskürzung Anfang des Jahres, die beim Präsidentengehalt sogar um über 50 Prozent ausfiel.

Dieser Beitrag lief am 30. Dezember 2012 um 12:09 Uhr im Deutschlandradio Kultur.

Stand: 30.12.2012 11:03 Uhr

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