DonaldTrump | Bildquelle: REUTERS

Treffen Trump-Kim Eine Minute entscheidet über den Gipfel

Stand: 11.06.2018 10:44 Uhr

Bislang war kaum etwas bekannt über den Ablauf des Gipfelstreffens in Singapur. Nun ist klar: Trump und Kim treffen sich zunächst allein. Die erste Minute könnte über das weitere Vorgehen entscheiden.

Die ersten Einzelheiten für das historische Gipfeltreffen von US-Präsident Donald Trump und dem nordkoreanischen Machthaber Kim Jong Un sind nun klar: Die beiden Staatschefs werden morgen in Singapur zunächst für ein Gespräch unter vier Augen zusammenkommen. Lediglich Dolmetscher sollten anwesend sein, verlautete aus US-Kreisen.

Das Treffen im Sechs-Sterne-Hotel Capella werde bis zu zwei Stunden dauern. Trump habe gesagt, er werde innerhalb einer Minute feststellen, ob es eine Vertrauensbasis mit Kim gibt, erklärte ARD-Korrespondentin Sandra Ratzow. Danach werde entschieden, ob es im Laufe des Tages ein weiteres Gespräch geben wird und ob Berater beider Politiker hinzukommen werden. Einem ranghohen Mitarbeiter des Weißen Hauses zufolge gibt es kein Zeitlimit: "Es können zwei Tage sein. Sie werden so lange miteinander reden wie nötig."

Vor dem Treffen von Trump und Kim
Uwe Schwering, ARD Tokio, zzt. Singapur, 11.06.2018, tagesschau 12:00 Uhr

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Trump verlässt sich auf sein Bauchgefühl

Dass die inhaltliche Gestaltung des Gipfels weitgehend in der Schwebe hängt und noch nicht mal klar ist, ob es ein gemeinsames Essen gibt, ist absolut ungewöhnlich. Normalerweise wird bei solch hochrangigen Konferenzen nichts dem Zufall überlassen und alles bis ins kleinste Details zu 100 Prozent durchgeplant. "Hier sind es nicht einmal 10 Prozent", sagt ein Sicherheitsexperte. Der Instinktpolitiker Trump liebt das. "Ich muss mich nicht vorbereiten", hat er klargestellt, es sei alles eine Sache der Einstellung und des Bauchgefühls.

Es ist das erste Mal überhaupt, dass sich ein US-Präsident mit einem nordkoreanischen Machthaber trifft. Trump will Nordkorea dazu bewegen, seine Atomwaffen aufzugeben. Zuletzt bemühte er sich jedoch, die Erwartungen zu drosseln und erklärte, das erste Treffen sei der Beginn eines längeren Prozesses.

Karte von Singapur mit der vorgelagerten Insel Sentosa
galerie

Achterbahnen, Dinosaurier, 4-D-Kino: Sentosa - der Tagungsort des USA-Nordkorea-Gipfels - ist die Vergnügungsinsel von Singapur. Durch die Aufschüttung von Land ist sie auf mehr als fünf Quadratkilometer angewachsen. Pro Jahr kommen Millionen Besucher, um sich dort zu amüsieren. Sentosa bedeutet Ruhe oder Frieden. Doch bis 1972 hieß das Eiland "Insel des Todes"; es wurde während des Zweiten Weltkrieges als Kriegsgefangenenlager und danach als britischer Militärstützpunkt genutzt.

Demonstrationsverbot in Singapur

Trump und Kim sind bereits seit Sonntag in Singapur. Ihre Luxushotels in der Innenstadt und der Tagungsort werden von einer 2000-Mann-starken Spezialeinheit und Tausenden Polizisten beschützt. Demonstrationen sind in der autoritären Republik verboten. "Sicherheit ist Singapurs Geschäft, die Infrastruktur ohnehin da, das macht den Stadtstaat ideal als Austragungsort für den Gipfel", sagt Sicherheitsexperte Graham Ong-Webb. Das Treffen selbst findet auf der Insel Sentosa statt, deren einzige Zufahrtsstraße leicht zu kontrollieren ist.

Trump und Kim trafen Gastgeber

Über seine Gefühlswelt informierte Trump via Twitter. "Es ist großartig, in Singapur zu sein. Vorfreude liegt in der Luft", schrieb er. Der US-Präsident traf mit Singapurs Ministerpräsidenten zusammen und äußerte sich anschließend optimistisch. "Ich denke, es wird sehr gut laufen." Kim hatte den Gastgeber für den Gipfel, Lee Hsien Loong, bereits tags zuvor kurz nach seiner Ankunft in Singapur getroffen. Außenminister Pompeo erneuerte das Bekenntnis der USA zu einer vollständigen atomaren Abrüstung auf der koreanischen Halbinsel.

Die Delegationen von Nordkorea und den USA in Singapur trafen zu letzten Beratungen zusammen. Die US-Delegation wurde vom Botschafter auf den Philippinen, Sung Kim, geleitet, einem ausgewiesenen Korea-Experten. Er war 2008 zum Sondergesandten für Nordkorea ernannt worden und hatte unter anderem als Botschafter in Südkorea gearbeitet.

Singapur ist stolz auf seine Gastgeberrolle. "Wir hatten Gespräche mit den Teams aller Beteiligten. Wir sind froh, dass wir zu allen Beteiligten ein gutes und vertrauensvolles Verhältnis haben. Dass wir ein neutraler Gastgeber und Unterhändler für diese Gespräche sind, ist unerlässlich", erklärte Außenminister Vivian Balikrishnan.

Deal oder nur Shakehands?

Zugleich warnt er vor überzogenen Hoffnungen. "Wir sollten die Erwartungen nicht zu hoch ansetzen", meint Balikrishnan. "Dass der Präsident der Vereinigten Staaten und der nordkoreanische Staatschef überhaupt den Weg an einen Tisch gefunden haben, hat schon eine besondere Bedeutung. Hoffen wir das Beste", erklärte Singapurs Außenminister.

Im Idealfall kann der Deal so aussehen: Kim verzichtet komplett auf jegliche Atomwaffen - dafür lockern die USA die Sanktionen und leisten Wirtschaftshilfe; das bitterarme Nordkorea hat die Chance auf mehr Wohlstand. Doch daran glauben selbst die größten Optimisten in Washington nicht. Und selbst wenn - wer garantiert, dass Kim sich daran hält. Der Diktator aus Pjönjang hat die Zeit auf seiner Seite: Er ist 34 Jahre alt und muss sich nicht um Wahlen scheren. Womöglich bleibt es also am Ende fürs Erste bei einem Handschlag und historischen Bildern.

Vor dem Gipfel: Trump und Kim in Singapur
Holger Senzel, ARD Singapur
11.06.2018 09:28 Uhr

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Mit Informationen von Holger Senzel, ARD-Studio Singapur

Über dieses Thema berichtete am 11. Juni 2018 das ARD-Morgenmagazin um 08:09 Uhr und NDR Info um 06:20 Uhr.

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