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Nach Überfall auf Grenzposten zu Israel
Ägypten setzt Angriffe gegen Islamisten fort
Ägyptische Kampfflugzeuge haben im Norden der Halbinsel Sinai mehrere Angriffe auf Verstecke militanter Islamisten geflogen. Dabei wurden nach Angaben aus Sicherheitskreisen mindestens 20 Extremisten getötet.
Die ägyptische Armee bezeichnete den Einsatz als "vollen Erfolg". Die Angriffe, die bereits am Dienstag Abend begannen, würden weiter fortgesetzt, hieß es in einer im Staatsfernsehen verlesenen Erklärung. Ziel sei es, "die Sicherheit wieder herzustellen, indem die bewaffneten terroristischen Elemente auf dem Sinai angegriffen und vertrieben werden". Ägyptens Präsident Mohammed Mursi hatte bereits am Montag angekündigt, die Sicherheitskräfte würden den Sinai wieder vollständig unter ihre Kontrolle bringen.
Mursi befiehlt Militärschläge gegen mutmassliche Extremisten
tagesthemen 23:00 Uhr, 08.08.2012, Esther Saoub, ARD Kairo
Angriff als Reaktion auf Überfall
Ausgelöst hatte die Angriffe ein Überfall auf einen ägyptischen Wachposten an der Grenze zu Israel am Sonntag, bei dem 16 ägyptische Grenzschützer getötet worden waren. Für den Angriff auf den Grenzposten Karm Abu Salem (Hebräisch: Kerem Schalom) machen Israel und die ägyptische Armee Palästinenser aus dem Gazastreifen und Islamisten von der Halbinsel Sinai verantwortlich. Die Hamas hatte jedoch jegliche Beteiligung bestritten. In der vergangenen Nacht hatte es erneut bewaffnete Attacken auf Militär- und Polizeikontrollpunkte in Grenznähe gegeben.
Inzwischen zog die ägyptische Führung auch personelle Konsequenzen im Sicherheitsapparat. Präsident Mohammed Mursi entließ als Reaktion auf die Angriffe den Geheimdienstchef Murad Mufawi und den Gouverneur der Provinz Nord-Sinai, Abdel Wahab Mabruk.
Luftangriffe auf dem Sinai
P. Steffe, ARD Kairo
08.08.2012 14:09 Uhr
Westerwelle warnt vor Eskalation
Bundesaußenminister Guido Westerwelle äußerte sich besorgt über die anhaltende Gewalt auf der Halbinsel. "Die Vorfälle bergen ein erhebliches Eskalationsrisiko", sagte ein Sprecher des Auswärtigen Amtes. Daher appelliere Westerwelle an alle Seiten, einerseits entschieden gegen Terror vorzugehen und andererseits politisch umsichtig zu handeln".
Gemäß dem israelisch-ägyptischen Friedensvertrag von 1979 ist auf der Sinai-Halbinsel nur wenig Militär stationiert. Diesen Umstand beklagt Israel inzwischen. Vor allem seit dem Sturz des ägyptischen Machthabers Hosni Mubarak im vorigen Jahr nahmen Übergriffe von islamistischen Gruppen zu.
Stand: 08.08.2012 20:42 Uhr
