Flugzeugabsturz Sinai | Bildquelle: AFP

Flugzeugabsturz über dem Sinai Russischer Geheimdienst spricht von Anschlag

Stand: 17.11.2015 11:46 Uhr

Der Airbus-Absturz über dem Sinai war ein Anschlag. Zu dieser Erkenntnis kommt jetzt auch der russische Inlandsgeheimdienst FSB. Russlands Präsident Putin kündigte an, die Hintermänner zu finden und zu bestrafen. Außerdem würden die Luftangriffe in Syrien verstärkt.

Knapp drei Wochen nach dem Absturz einer russischen Passagiermaschine über dem Sinai erklärt nun der russische Inlandsgeheimdienst FSB: "Man kann klar sagen, dass es ein Terroranschlag war." Nach Angaben des Kreml hat FSB-Chef Alexander Bortnikow das bestätigt.

Er könne sicher bestätigen, dass es ein Terrorakt war, so Bortnikow. "Unseren Experten zufolge explodierte an Bord eine selbst gebastelte Bombe, die etwa einem Kilogramm TNT entspricht", erklärte er weiter. Durch die Explosion sei das Flugzeug schon in der Luft auseinander gebrochen. Dazu passe, dass die Wrackteile über so einem großen Gebiet niedergegangen seien.

Als Reaktion will Russlands Präsident Wladimir Putin alle Hebel in Bewegung setzen, um die Hinterleute des Absturzes zu finden und zu bestrafen. "Wir werden sie suchen egal, wo sie sich verstecken", sagte er den Angaben zufolge in der Nacht zum Dienstag bei einem Treffen mit Vertretern der Sicherheitsbehörden. Außerdem kündigte Putin an, sein Land werde die Luftangriffe in Syrien verstärken.

Klaus-Peter Siegloch, Präsident des BDL, zum Flugzeugabsturz über Ägypten
tagesschau24 11:00 Uhr, 17.11.2015

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Meinungswechsel in Russland

Nach dem Absturz über dem Sinai am 31. Oktober hatte es schnell erste Mutmaßungen gegeben, eine Bombe könne Auslöser gewesen sein. Russland hatte das zunächst verneint. "Allen Daten zufolge, die uns Ägypten zur Verfügung gestellt hat, sind solche Behauptungen unglaubwürdig", hatte Verkehrsminister Maxim Sokolow zunächst gesagt. In der vergangenen Woche betonte dann Ministerpräsident Dimitri Medwedew, ein Anschlag sei ein wahrscheinliches Szenario.

Bei dem Absturz der russischen Passagiermaschine über der ägyptischen Sinai-Halbinsel waren am 31. Oktober alle 224 Insassen des Airbus A321 ums Leben gekommen. Das Flugzeug der russischen Gesellschaft Metrojet war am im Badeort Scharm el Scheich im Süden der Sinai-Halbinsel mit Ziel St. Petersburg gestartet und etwa 20 Minuten später im Norden abgestürzt.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 17. November 2015 um 09:00 Uhr

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