Auf zwei Baren werden Verletzte nach dem Anschlag auf eine Moschee auf der ägyptischen Sinai-Halbinsel durch die Menschenmassen getragen. | Bildquelle: AP

Nach Anschlag auf Moschee im Sinai Luftwaffe bombardiert mutmaßliche Terroristen

Stand: 25.11.2017 11:57 Uhr

Nach dem Anschlag auf eine Moschee auf der Sinai-Halbinsel mit mindestens 305 Toten hat die ägyptische Luftwaffe noch in der Nacht mit Angriffen reagiert. Ziel seien Verstecke von mutmaßlichen Terroristen gewesen. Bislang hat sich noch keine Gruppierung zu dem Anschlag bekannt.

Noch in der Nacht nach dem verheerenden Anschlag auf eine Moschee auf der Sinai-Halbinsel hat die ägyptische Armee eigenen Angaben zufolge Stellungen von mutmaßlichen Terroristen bombardiert. Dabei seien mehrere Fahrzeuge zerstört worden, die bei dem Attentat auf die Al-Rawdah-Moschee benutzt worden seien. In den "Verstecken" seien zudem Waffen und Munition gelagert worden. Das Militär sei vor Ort und werde nicht eher ruhen, bis alle eliminiert seien, die an dem Anschlag auf die Moschee beteiligt gewesen seien, zitiert die staatliche Zeitung "Al-Ahram" ägyptische Sicherheitskreise. Nach Angaben der Zeitung seien bei den Luftangriffen mehrere Terroristen "eliminiert" worden.

Militär reagiert mit Luftangriffen auf Ziele mutmaßlicher Terroristen
Volker Schwenck, ARD Kairo, 25.11.2017, tagesschau 20:00 Uhr

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Bei dem Anschlag auf die Moschee im Norden der Sinai-Halbinsel wurden nach jüngsten Angaben mindestens 305 Menschen getötet. Darunter seien 27 Kinder, hieß es im Staatsfernsehen unter Berufung auf die Staatsanwaltschaft. Etwa 128 weitere Menschen wurden verletzt. Damit ist das Attentat einer der schwersten Anschläge der vergangenen Jahre in Ägypten.

Die Täter kamen zum Freitagsgebet, als sich die meisten Menschen in der Moschee versammelt hatten. Rund um die Moschee hätten die Angreifer mehrere Sprengsätze deponiert, hieß es aus Sicherheitskreisen. Wer nach der Explosion flüchten wollte, auf den sei geschossen worden. Die Nachrichtenagentur Reuters beziffert die Zahl der Täter auf 25 bis 30. Die Angreifer trugen demnach eine Flagge der Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) bei sich.

Al-Sisi kündigte "harte Antwort" an

Bei dem Gotteshaus soll es sich um die Moschee eines Sufi-Ordens handeln. Bislang übernahm noch keine Gruppierung die Verantwortung für den Anschlag. Die ägyptische Regierung erklärte eine dreitägige Trauerzeit für die Opfer des Angriffs.

Präsident Abdel Fattah al-Sisi traf sich mit Sicherheitschefs zu einer Krisensitzung. In einer Fernsehansprache kündigte er - nur wenige Stunden vor den Angriffen der Luftwaffe - eine "harte Antwort" auf den schweren Anschlag auf der Sinai-Halbinsel an. "Wir werden mit aller Härte auf diesen Akt der Terroristen antworten", sagte Al-Sisi. "Militär und Polizei werden unsere Märtyrer mit aller Kraft rächen."

Präsident Al Sisi bei einem Treffen mit Regierungsmitgliedern. | Bildquelle: REUTERS
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Präsident Al Sisi bei einem Treffen mit Regierungsmitgliedern.

Große internationale Anteilnahme

Politiker im Ausland äußerten sich erschüttert zu dem Anschlag auf die Moschee. Bundeskanzlerin Angela Merkel teilte per Telegramm mit, sie verurteile diesen "niederträchtigen Anschlag auf das Schärfste". Deutschland werde im Kampf gegen den Terror weiter an der Seite der ägyptischen Regierung und der Menschen in Ägypten stehen.

Auch Papst Franziskus verurteilte den Angriff, ebenso wie die EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini. US-Präsident Donald Trump schrieb auf Twitter: "Schreckliche und feige Terrorattacke auf unschuldige und wehrlose Gläubige. Die Welt kann Terror nicht tolerieren, wir müssen sie (die Terroristen) militärisch besiegen und ihre extremistische Ideologie, auf der ihre ganze Existenz fußt, diskreditieren."

Donald J. Trump @realDonaldTrump
Horrible and cowardly terrorist attack on innocent and defenseless worshipers in Egypt. The world cannot tolerate terrorism, we must defeat them militarily and discredit the extremist ideology that forms the basis of their existence!

Ebenso sprach der NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg über Twitter seine Anteilnahme nach dem "Barbarischen Terroranschlag" mit. Großbritanniens Außenminister Boris Johnson sprach von einem "abscheulichen Angriff". In der französischen Hauptstadt Paris wurde um Mitternacht die Beleuchtung des Eiffelturms abgeschaltet, um der Opfer des Angriffs zu gedenken.

Immer wieder Terrorangriffe

Auf der Sinai-Halbinsel kommt es immer wieder zu terroristischen Angriffen eines Ablegers des IS. Vor allem Sicherheitskräfte sind im Visier der Islamisten. Militär und Polizei gehen in der Region massiv gegen mutmaßliche Terroristen vor. Bei Razzien kam es zuletzt häufiger zu tödlichen Schusswechseln. Die Region im Norden der Halbinsel ist zu großen Teilen militärisches Sperrgebiet.

Die Moschee in dem kleinen Ort sei ein einfaches Ziel gewesen, heißt es aus Sicherheitskreisen auf dem Sinai. Sie liege abseits der größeren Städte und werde von Gläubigen eines Sufi-Ordens besucht. Die Terrormiliz IS sieht Sufis als "Abtrünnige" vom Islam an.

Über dieses Thema berichteten die tagesthemen am 24. November 2017 um 21:45 Uhr und die tagesschau am 25. November 2017 um 03:21 Uhr.

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