In der Moschee von Al-Arish liegen in Tücher verhüllt die Opfer des Anschlags. | Bildquelle: AFP

Gewalt auf Sinai-Halbinsel Mindestens 235 Tote bei Angriff auf Moschee

Stand: 24.11.2017 17:08 Uhr

Es ist einer der blutigsten Anschläge in der Geschichte Ägyptens: Mindestens 235 Menschen wurden bei einem Angriff auf eine Moschee getötet. Die Sprengsätze explodierten, als die Gläubigen vom Freitagsgebet kamen. Die ägyptische Regierung ordnete drei Tage Staatstrauer an.

Die Zahl der beim Angriff auf eine Moschee auf der ägyptischen Sinai-Halbinsel getöteten Menschen ist nach Angaben der Staatsmedien auf mindestens 235 gestiegen. Unmittelbar nach dem Angriff hatte es von Seiten der Behörden zunächst noch geheißen, es gebe eine hohe Zahl von Verletzten und noch keine Angaben über Todesopfer. Später dann wurde deutlich, dass es sich um einen der folgenschwersten Anschläge in der Geschichte Ägyptens handelt: Die ägyptischen Staatsmedien berichteten zunächst von 54, dann von 85, 155, 185 und schließlich von mehr als 200 Todesopfern.

Alexander Stenzel, ARD Kairo, berichtet über den Anschlag auf dem Sinai
tagesschau24 17:00 Uhr, 24.11.2017

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Sprengsätze und Schüsse

Angreifer legten nach Angaben aus Sicherheitskreisen mehrere Sprengsätze um eine Moschee in der Nähe der Provinzhauptstadt al-Arisch und zündeten sie, als die Gläubigen nach dem Freitagsgebet herauskamen. Anschließend hätten sie auf Flüchtende geschossen, hieß es weiter.

Moschee in al aresch | Bildquelle: AFP
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In dieser Moschee feuerten die Angreifer auf die Gläubigen.

Sicherheitskräfte seien derzeit auf der Suche nach den Angreifern und würden sie in der Umgebung der Moschee verfolgen, hieß es aus Sicherheitskreisen. Die ägyptische Regierung ordnete drei Tage Staatstrauer an.

Immer wieder Terrorangriffe

Auf der Sinai-Halbinsel kommt es immer wieder zu terroristischen Angriffen eines Ablegers der Terrormiliz "Islamischer Staat". Vor allem Sicherheitskräfte sind im Visier der Islamisten. Hunderte Polizisten und Soldaten wurden getötet, aber auch Zivilisten, denen die Extremisten Zusammenarbeit mit den Behörden vorwarfen. Ebenfalls im Visier der Islamisten sind immer wieder Christen sowie Anhänger des Sufismus, einer mystischen Richtung des sunnitischen Islam. Das ägyptische Militär und die Polizei gehen in der Region massiv gegen mutmaßliche Terroristen vor.

Vor allem seit dem Militärputsch - der 2013 die Regierung der Muslimbrüder beendete - kam es bei Razzien häufiger zu tödlichen Schusswechseln. Die Region im Norden der Halbinsel ist zu großen Teilen militärisches Sperrgebiet.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 24. November 2017 um 15:00 Uhr.

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